Reise blog von Travellerspoint

The Last Station.

Bangkok

sunny 34 °C

Letzte Station – Thailand – Bangkok – unglaublich, aber die letzte Station war tatsächlich schon erreicht!

In Bangkok waren wir ehrlich gesagt etwas Kulturmüde. Es war wieder feucht-heiß, es gab nervende unehrliche Tuktukfahrer (natürlich nicht mit uns – nach 5 Monaten auf Reise haben wir uns natürlich nicht von diesem Opis über den Tisch ziehen lassen ;-) – keinen müden Baht haben wir bezahlt für die Irrfahrt zu einem Ziel zu dem wir überhaupt nicht wollten!) und unzählige goldschimmernde Tempel. Da wir aber von asiatischen Tempeln nach Vietnam, Laos und Bali Input für die nächsten Monate hatten und die Tempel va. in Laos ja wirklich bezaubernd schön waren, konnten uns die riesigen Anlagen in Bangkok nur noch zu einem einzigen Besuch begeistern. Die Anlage des Wat Pho war schön, weitläufig und golden und der riesige liegende Buddha beeindruckend, doch es war ein ziemlicher Menschentrubel und eine unglaubliche Hitze. Zu Fuß sind wir durch breite Straßen, schmale Gassen und über bunte Blumen- und Essensmärkte unter der knallenden Sonne geschlurft und haben festgestellt, dass uns 1 Tag Sightseeing reicht :-)
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So waren die übrigen Tage entspannter, wir haben unser riesiges Loft-Apartment genossen, hatten Zeit für Gedanken zum Ende der Reise, haben in der unvermeidbaren und irgendwie auch fast schon kultigen Touri-Ecke rund um die Kaosanroad geshoppt, unserem Magen sämtliche typische Streetfoods (Mango-Kokos Sticky Rice, Pad Thai, Banana Pancakes...) zugemutet, ein letztes Mal ab zur Massage - eine echte Thaimassage haben wir aus Angst bewusst nicht gewählt ;) lieber eine sanfte Kräuterstempelmassage und eine Fussmassage nach all den Fußmärschen..aahh, die war ganz schön kräftig...

Wir hatten uns die Stadt riesiger, lauter, dreckiger, bunter vorgestellt – eher wie Shanghai mit vielen Wolkenkratzern, 10-spurigen Stadtautobahnen und Leuchttafel wohin das Auge schaut– letztendlich wirkte es auf uns aber eher wie ein gewöhnliche asiatische Großstadt – also anders als wir es uns vorstellten.

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Unser Highlight von Bangkok war wahrscheinlich der berühmte Weekendmarket. Von Haustieren über Möbel, Pflanzen, Lebensmittel, Klamotten bis zu Souvenirs kann man dort auf einer unüberschaubaren Fläche wirklich alles kaufen – und natürlich feilschen, juchu! Es hat riesigen Spaß gemacht endlich ein paar Mitbringsel kaufen zu können ohne zu denken „das geht nicht – du musst es noch xx Wochen mit dir rumschleppen“ und mit den Händlern zu feilschen und es gab richtig tolle Klamotten, überhaupt nicht im billo-asia-style sondern schicke skandinavische Designs. Zwischendurch natürlich wieder Leckereien vom Straßenrand – Schokowaffeln, ungesunder Bubbletea und kräftigende Nudelsuppe – und schwupps war der Markt auch schon vorüber und unsere Hände konnten keine weiteren Tüten mehr tragen.
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An einem Abend haben wir außerdem deutsche Freunde aufgenommen die auf dem Weg in ihren Baliurlaub waren – perfekt für sie um die Nacht nicht am Flughafen zu verbringen sondern mit uns zu Essen, Bali-Tipps holen und auf unserer Coach zu pennen.
Bangkok war ein guter Ausklang für unsere Reise – nicht zu hektisch, wenn auch zu heiß, aber durch unser gemütliches Riesen-Appartement wirklich ein entspanntes „ein letztes Mal asiatisches Essen, Kultur, Massage“.

DAS WAR´S!
Von Hamburg nach Buenos Aires, nach Puerto Madryn und El Calafate, nach Montevideo und Punta del Diablo in Uruguay, auf die Isla Santa Catarina, nach Foz do Iguazu, nach Paraty und auf die Isla Grande, nach Rio und Santiago de Chile, mit dem Camper quer durch die Nord- und Südinsel Neuseelands, nach Sydney, nach Ho Chi Minh und ins Mekong Delta, zum Jungle Beach und nach Hoi An, nach Ninh Bin, nach Hanoi und durch die Halong-Bucht, nach Vientinne in Laos, nach Vang Vieng und Luang Prabang, auf die 4000 Inseln und über Phuket und Ubon Ratchathani nach Ubud in Bali und auf die Gili Inseln, von Kuta nach Bangkok – und schließlich zurück nach Hamburg.
Unglaublich, oder?
Fantastisch.
Wir würden es jederzeit wieder genauso machen!
Vielen Dank, dass ihr uns auf der Reise begleitet habt. Gerne zeigen wir jedem von euch noch mehr Bilder, erzählen detaillierter zu den einzelnen Ländern oder geben euch Tipps jeder Art – und sagen euch, dass wir euch so eine Reise unbedingt und jederzeit empfehlen können!

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Eingestellt von Sondi 23.12.2012 09:12 Archiviert in Thailand Tagged bangkok Kommentare (0)

Bunte Inselwelt.

Bali und Lombok

sunny 30 °C

Der Flug von Thailand nach Bali bot tolle Aussichten auf unzählige Inselchen, Strände und Vulkane... – Indonesien aus der Luft sah schon mal wunderschön aus.
Bali ist die westlichste der kleinen Sundainseln, liegt zwischen den Inseln Lombok und Java, der bevölkerungsreichsten indonesischen Insel. Bali ist die einzige Region außerhalb Indiens, Nepals und Mauritius' mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit – und somit im größtenteils muslimischen Indonesien ein Exot. Die starke Präsenz der Religion auf Bali erfasst einen sofort und verleiht der Insel eine ganz besondere Atmosphäre. „Religion ist Leben und Leben ist Religion auf Bali“. Der Famielienzusammenhalt und jede Dorfgemeinschaft basiert hier auf sehr ausgeprägtem religiösen Glauben. Die bunte und sehr anfassbare religiöse Atmosphäre, die vielen Riten und Ausprägungen des balinesischen Hinduismus die dem Auge geboten werden sind faszinierend: Blumengestecke, geschmückte Tempel, Opfergaben, Gewänder, Gebete, exotische Blumen, Tänze, eingekleidete Tempelwächterfiguren, Heiligenwaschungen, Tempelfeste, Räucherstäbchen und Musik wohin man auch geht und schaut.
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Das tägliche Leben, die Kultur und die Kunst sind sehr stark von der Religion geprägt, sie ist eigentlich immer präsent egal wohin man geht. Selbst im noch so kleinen Imbiss ist ein Schrein mit täglich frischen Opfergaben. Läuft man an Geschäften vorbei, in eine Wäscherei hinein oder durch einen Familien Compound muss man immer aufpassen wohin man tritt – alle paar Meter findet sich ein buntes Canang mit einem niedergebrannten Räucherstäbchen darin. Das sind die typischen Schälchen aus Bananenpalmenblättern, gefüllt mit leuchtend bunten Blumen und Reis – manchmal auch mit Früchten, Süßigkeiten, Münzen oder Zigaretten! Sie werden täglich neu gemacht. Bei uns im Homestay hat eine der Töchter die Canangin großer Auflage aus Palmenblättern gebastelt. Dafür saß sie einen ganzen Morgen lang in einer Ecke umgeben von Palmblätterbergen – und hat diese zu Körbchen geformt - und dann mit einem Tacker getackert... irgendwie lustig.
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UBUD
Angekommen auf Bali wurden wir - ganz nobel - persönlich von dem Fahrer unseres vorab gebuchten Homestays am Flughafen abgeholt - als wären wir auf einer Pauschalreise, wie alle anderen Touristen hier ;-). Praktisch, denn so haben wir bereits auf der Fahrt nach Ubud, unserer ersten Station auf Bali, eine Einführung und Infos zu allem was man draußen so sah bekommen. Zum Beispiel, dass gestern der Tag des „heiligen Bleches“ war, daher hingen an allen Autos aber auch Motorrollern kleine Blumengestecke. Und natürlich haben wir hier auch das erste Mal die typischen balinesischen magischen Gamelan-Klänge gehört, die nach einer anderen exotisch-verträumten Welt klingen. Gamelan ist die traditionelle indonesische Musik, deren Orchester hauptsächlich aus Metallophonen und Gongs, aber auch Trommeln, Flöten etc. bestehen. Die Musik klingt für unsere Ohren ganz fremd, weil sie nicht die westliche Tonleiter, sondern ihre eigenen Tonleitern in unterschiedlichen Stimmlagen nutzt. Dass wir (gefühlt oder wirklich?) ein und die selbe Kassette bei jeder weiteren Fahrt durch Bali im Autoradio hören würden – mal mehr mal weniger eiernd - wussten wir da noch nicht...;-)

Wir haben in einem sogenannten family compound in einem Homestay gewohnt: die Balinesen wohnen als Großfamilienverbund, in einem Komplex umgeben von Lehmmauern in mehreren kleinen, recht offenen Gebäuden rund um einen oder mehrere Familientempel, wo sie Zeremonien abhalten und dreimal täglich opfern. So reiht sich in jeder Straße Familienwesen dicht an Familienwesen, immer umgeben von hohen Mauern, einem großen Eingangstor und immer mit einem Tempel in der Mitte. So kommt die Insel auch auf die stolze Zahl von 20.000 Tempeln! Hier hatten wir ein einfaches Zimmer mit einer einzigartig geschnitzten Tür und einem Balkon vor dem Zimmer mit Blick über den Familien-Tempel und die umliegenden Compounds, wo uns jeden morgen ein hausgemachtes Frühstück nach Wahl serviert wurde – natürlich mit leckerem balinesischen Kaffe, der wie der türkische Mokka in der Tasse gebrüht wird und somit schön stark ist.
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Ubud liegt im Landesinneren inmitten ländlicher Umgebung und fantastischen Reisterassen, aber nur etwa eine Stunde von der Hauptstadt entfernt. Ubud ist das Handwerks- und Kunstzentrum Balis, unzählige ausländische Künstler und Intelektuelle haben sich hier schon seit den 30er Jahren niedergelassen um das „echte Bali“ kennenzulernen. So ist der kleine Ort vielleicht das Expats-Mekka Balis und wohl spätestens seit dem Buch Eat, Pray, Love nicht mehr so wie dort beschrieben... Trotzdem ist es noch niedlich und charmant und ein perfekter Ort um Bali kennenzulernen. Die Insel ist nämlich relativ klein, so dass man bei Tagestouren von Ubud aus ganz bequem viel von der Insel erkunden kann.
So haben wir am zweiten Tag die berühmten Reisterassen rund um Ubud per Moped erkundet – nach dem mutigen Verlassen der Hauptstraßen bergab bergauf durch Mini-Dörfer, vorbei an Feldern und durch Wälder fanden wir: Bali aus dem Bilderbuch.
Die Reisterassen sind tatsächlich wunderschön!
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Auf einigen Reisfeldern haben wir schwarze verkohlte Stellen entdeckt - anders als in Laos und Vietnam werden hier die abgeernteten Reisfelder nach dem Austrocknen abgebrannt, die dabei entstehende Asche soll gut für den Boden sein. Auch in den Reisfeldern sieht man kleine Schreine und Opfergaben, um die Reisgöttin zu ehren und so für eine reiche Ernte zu sorgen.
Unterwegs haben wir Arbeiter in ihren Reisfeldern gesehen, mussten den zum Trocknen ausgebreiteten Reis auf den Dorfsträsschen umkurven, haben unzählige ausgelassene Kinder beim Spielen in der Natur getroffen, die rundum glücklich schienen und unbedingt fotografiert werden wollten – die Einheimischen , die wir bei dieser Tour getroffen haben, hatten einfach immer ein sehr breites, freundliches Grinsen oder eine nette Wegauskunft parat.
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Ubud ist nichts aufregendes aber einfach nett mit unzähligen gemütlichen Cafés, Restaurants, Lädchen, aber leider ist es auch sehr anstrengend durch die Sträßchen ohne wirklichen Bürgersteig aber mit lauter Schlaglochfallen zu „schlendern“. Die vielen Touristen sieht man natürlich in den unzähligen Tempeln, dem Königspalast und hauptsächlich rund um den Affenwald der mitten in der Stadt ist – in und um diesen Wald mit Tempel laufen lauter wilde Affen rum die von den Touristen gefüttert werden... haben wir uns gespart. In und rund um Ubud bestehen alle Straßen nur aus Handwerksstätten, Galerien und Kunstläden. Man fragt sich wievielte Touristen hier wohl vorbei kommen müssen, dass sich diese kilometerlange Kunsthandwerksszene lohnt.
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In verschiedenen Warungs, so heißen hier die Garküchen und einfachen Restaurants haben wir erste Begegnungen mit der indonesischen Küche gemacht: klassisch natürlich Sate-Spiesse in leckerer Erdnusssoße oder Nasi Goreng, aber auch leckeren Fisch. Nach einer Weile aber etwas einseitig und für unseren Geschmack nicht so raffiniert wie in Vietnam, weil die frischen Kräuter fehlen und Reisgerichte mit Erdnuss oder Kokos und Krabbenchips irgendwann auch langweilig werden ;)
Natürlich ist auf Bali auch alles (Essen und Alkohol, Bücher, Unterkunft, Massage...) teurer als in unseren ersten asiatischen Ländern, das hat uns aber auch nicht überrascht. Trotzdem kann man es sich hier noch leisten mit einem privaten einheimischen Fahrer einen Tag nach Lust und Laune eine Inseltour oder Sightseeing zu machen, das ist natürlich schon Luxus!
Am dritten Tag haben wir somit einen Ausflug mit dem Bruder unseres „Gastvaters“ gemacht. Sehr netter Guide, wieder lustige Fahrtmusik und schöne Ausblicke.
Wir haben Pura Tirta Empul, ein Tempel mit heiligem Quellwasser besucht. Der ältesten Tempelmauern sind aus dem 10. Jahrhundert und noch heute ist es einer der wichtigsten und heiligsten Tempel und gläubige Hindus kommen von der ganzen Insel wegen des heiligen Wassers hier her – um sich bei Ritualen spirituell zu reinigen oder von Krankheiten zu heilen – besonders bei Purnama, dem Vollmondtag. An einem solchen Tag waren wir zum Glück auch hier, so dass die Anlage - vormittags unter der Woche – ganz voll war von Balinesen jeden Alters die Körbeweise Opfergaben ablegten und Schlange standen um sich im Becken unter den verschiedenen Fontänen, von denen jeder Wasserstrahl eine eigene Wirkung haben soll, zu reinigen.
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Anschließend haben wir den Gunung Kawi Felstempel besucht. Eine königliche Gedenkstätte die in einem Flusstal verborgen liegt so dass man erstmal unzählige Stufen vorbei an Reisterassen in die Tiefe steigen muss. Der etwas zugewachsene, feucht-moosige Tempelkomplex mit neun in Felsnieschen gehauenen Monumenten die von einem Fluss durchtrennt sind, wirkt irgendwie mystisch und ganz anders als die bisherigen Hindu-Tempel, eher ein bisschen wie ich mir Maya-Ruinen vorstelle.
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Schließlich hat uns unser gemütlicher Driver zum Hauptziel unserer Tour gebracht – dem Gunung Batur. Neben dem größten, wichtigsten und heiligsten Vulkan Balis, dem Gunung Agnung, den man von fast jedem Inselfleckchen sehen kann, ist Batur der zweite aktive Vulkan Balis. Der heutige Gipfel des aktiven Vulkans bietet zusammen mit dem vorgelagerten Batur See, dem alten Krater des ursprünglich viel größeren Vulkans, eine wirklich schöne Kulisse - auch wenn wir keinen Rauch gesehen haben :) Auf dem Kraterrand, im Bergdorf Kintamani, haben wir ein nettes balinesisches Mittagsbuffet mit Blick auf Vulkan und See genossen – schön. Trotzdem irgendwie schade, dass wir keine Zeit hatten für eine Wandertour bei Sonnenaufgang auf den Vulkan.
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Auch einen Kaffee-Garten haben wir besucht. Hier gab es den bekannten balinesischen Kaffee „Kopi Luwak“ dessen Bohnen von einem Luwak, dem Fleckenmusang einer Schleichkatzenart, gegessen und wieder ausgeschieden werden – bevor sie dann ganz normal verarbeitet werden... ;-)Das Tierchen ist nachtaktiv und sehr aggressiv, daher haben wir es nicht so nah kennenlernen können. Sein Kaffee hat aber gut geschmeckt, wenn auch die bis zu 1.200 €/Kilo selbstredend völliger Quatsch sind. Aber auch andere exotische Gewächse wie Vanille oder Kakaoschoten, Zimt, Maracuja, ... haben wir hier mal an der echten Pflanze gesehen und erfahren wie sie weiterverarbeitet werden. Am Ende gab es dann eine leckere kostenlose Kaffeedegustation mit 10 verschiedenen Kaffee- und Kakaogetränken (Kaffee mit Ingwer etc.) mit Blick auf tolle Reisterassen – und wie erwähnt natürlich auch eine teure Tasse Kopi Luwar ;-)
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Leider haben wir es trotz des riesigen Angebots an traditionellen Tänzen mit Musik, Feuer und traditionellen Gewändern und Masken in den Tempeln von Ubud nicht geschafft eine solche Vorführung zu besuchen, da diese immer entweder mit dem Abendessen oder der echt balinesischen Massage kollidierten... Den Tanz mussten wir also vertagen -was wir noch bereuen sollten, den in Ubud sahen die Vorführungen wirklich besonders und authentisch aus und die Musik klang abends immer so schön durch die Straßen, dazu aber später mehr.

GILI AIR
Per Minivan und Schnellboot ging es dann von Padang Bai an der Ostküste Balis über die wilde See nach Gili Air!
Sie ist eine von drei putzigen Gilli Inseln vor der Westküste Lomboks, der Nachbarinsel von Bali, die ebenfalls zu Indonesien gehört. Die Gili Inseln gehören zu Lombok, sind somit nicht hinduistisch sondern muslimisch geprägt, die Ureinwohner und ethische Mehrheit Lomboks sind die Sasaks, deren Essen einige leckere lokale Spezialitäten bot. Gili heißt auf Sasak lustigerweise kleine Insel, also sind die „Gili Islands „mit „Kleine Insel Inseln“ irgendwie lustig benannt ;)

Vorab: Unser 3 oder 4-tägig geplanter Aufenthalt wurde auf eine Woche verlängert da es schlichtweg paradiesisch war!
Auf der Insel gibt es keine motorisierten Verkehrsmittel, nur Pferde-Karren! Etwas anderes wäre aufgrund der fast nur sandigen Wege aber auch gar nicht möglich. Wir hatten trotzdem für die ganze Zeit Fahrräder gemietet und uns tapfer durch den Sand gekämpft. So konnten wir quer durchs Inselinnere wo die Einheimischen wohnen. Da die wenigen Wege dort immer plötzlich endeten sind wir meist quer durch die Grundstücke, Felder und Wiesen gefahren, sie haben sich aber immer über Besuch gefreut ;-) Auch konnten wir so abends auf die andere Inselseite fahren und an verlassenen Stränden den Sonnenuntergang mit der Silhouette des heiligen Gunung Agung auf Bali im Hintergrund anzuschauen, in einer gemütlichen Bar mit den typischen Bambus-Stelzen-Hüttchen in denen man auf unzähligen gemütlichen Kissen rund um einen Tisch sitzt.
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Wir hatten auf Gili Air einen wunderschönen Lumbung, so heißen dort die strohbedeckten Bungalows. Zum Frühstück radelten wir 5 Minuten in die „Chill Out Bar“ und hatten hier jeden morgen direkt am Strand das beste Frühstück der gesamten Reise – wir konnten so tolle Sachen auswählen, dass wir satt bis Nachmittags und vollgepumpt mit Vitaminen waren und schon am zweiten Tag kannten der wirklich herzliche Kellner unser Wunschmenü :-)
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Da alles außer das Leben der Inselbewohner direkt am Wasser entlang gebaut wurde - die „Hauptstraße“, die Bungalows, die Bars und Restaurants – war man wirklich den ganzen Tag am Meer, schön! Alle Seiten der kleinen Insel waren allerdings ganz unterschiedlich. So konnte man Bars und gemächlichen Trubel auf der Sonnenaufgangsseite haben und ganz verlassene Strände auf der Sonnenuntergangsseite. Im Inselinneren hingegen waren wir mit unseren Rädern die einzigen Touris. Gili Air ist die Gili Insel mit der größten Einheimischen Bevölkerung. So gab es hier z.B. auch eine Moschee – deren Gebetsgesang uns jeden morgen und beim Nachmittagsschläfchen kurz vor Sonnenuntergang weckte. Es gibt nur wenige Mini-Kioske, keinen richtigen Laden, an manchen Tagen gab es Internet an manchen nicht, an einem Abend gab es ständig Stromausfall, an vielen Nächten gab es Strandparties.
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Die tollste Aktivität auf der Insel: Schnorcheln, direkt vor der Bar, die ganze Küste entlang. 2 Meter ins klare türkisfarbene Wasser rein, abtauchen und schon waren wir umgeben von den buntesten Fischen die über leuchtenden Korallen schwammen, alles glitzerte durch die Sonnenstrahlen. Es war wunderschön! Am zweiten Tag haben wir auch tatsächlich direkt eine riesige Meeresschildkröte entdeckt – ohne Bootsausfahrt, ohne Tauchen, ohne Guide. Toll, wir waren wirklich begeistert wie viel man auf eigene Faust in der Unterwasserwelt entdecken konnte, wir dachten immer das man dazu Tauchen gehen und weit rausfahren müsste. Das hieß also täglich – am besten das erste Mal direkt nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück als das Wasser noch ganz glatt und ruhig war – Flossen und Schnorchelkram an und ab ins wasser, sich einfach ein bisschen die Küste entlang über eine Bilderbuchlandschaft von Korallen und Fischen treiben lassen und direkt vor unserer Frühstücksbar „aussteigen“ und sich von der Sonne beim Frühstücken trocknen lassen!
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Trotzdem haben wir an einem Tag dann noch einen Schnorcheltrip unternommen – hauptsächlich um auch etwas von den anderen Inseln zu sehen. So haben wir noch mehr Schildkröten gesehen, eine schwamm ein paar Minuten direkt neben mir her, das war wirklich „hautnah“.
Dabei haben wir auch die kleinste und angeblich untouristischste Insel Gili Meno besucht – auch wunderschön und mit breiterem Strand – aber natürlich auch weniger Bar- und Restaurantauswahl ;-)
Wir haben also für unseren Geschmack mit Gili Air genau die richtige Wahl getroffen – das Mittelding zwischen Partyinsel für junge Aussies (Gili Trawangan)und einsamer Pärchen-Insel (Gili Meno).

Ein weiterer Pluspunkt von Gili Air war das gute Essen. Neben dem tollen Frühstück war auch das restliche Essen lecker, wenn auch oft ziiiemlich chillihaltig und auf Dauer etwas einseitig: Lokale Spezialitäten wie Gado Gado (lauwarmer Gemüsesalat mit Erdnusssauce), Urap Urap (Gemüse-Reis mit Kokosraspeln), Tempe (knusprige Tofuart) und natürlich Satespiesschen (die sie leider sehr verkohlt essen) - und natürlich fangfrischen Fisch vom Grill: die Auswahl war atemberaubend –die Bars haben abends ihr Fang gut auf Tischen ausgebreitet und präsentiert und man wählte sich – ganz nach Geschmack, Hunger und Geldbeutel - den Fisch, Spieß, Filet, Schaltentier direkt aus und bekam ihn dann ein paar Minuten später frisch vom Grill serviert. Das frische Thunfischsteak hat natürlich göttlich geschmeckt, war quasi frisch aus dem Meer, hat vielleicht 4 Euro mit verschiedensten Beilagen gekostet – und 2 Leute satt gemacht!!
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Zu diesem leckeren Abendessen hatten wir ein paar mal ganz tolle magische Mondaufgänge: man sitzt am Wasser mit Blick auf Lombok und hinter dem rießigen Gunung Rinjani Vulkan auf Lombok steigt langsam der anfangs glutorangene Ball hoch.
Und natürlich: wir haben uns auch eine traditionelle balinesische Massage aus dem Bilderbuch gegönnt – Meeresrauschen im Hintergrund, Frangipaniblümchen, frische Meeresbrise zum Balkon herein... Aber mal ehrlich - auch wenn wir hier eigentlich ja nicht auf Bali waren... ;-) - wo wenn nicht hier?
So haben wir die Tage hier sehr gechillt verbracht, außer Schnorcheln und ein paar Meter radeln hingen wir einfach seeeehr gemütlich ab – ob beim
Frühstück am Strand, der Verdauungsrunde auf der Sonnenliege danach oder beim Nachmittagssnack in einem Bambus-Kissen-Häuschen, beim Mittagsschlaf oder beim Sundowner wieder in einer der unzähligen netten Bars.
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KUTA...
Eines stand für uns von Anfang an fest: unter keinen Umständen möchten wir nach Kuta. Und wo verbrachten wir unsere letzten 2 Tage auf Bali? Richtig: in Kuta!
Gründe waren, dass wir nochmal an den Strand wollten, dass wir in eine Surfgegend wollten, dass wir nicht Stunden weitweg vom Flughafen sein wollten und dass wir gerne den traditionellen Kecak-Tanz zum Sonnenuntergang am Uluwatu Tempel auf einer Steilklippe am südlichsten Zipfel von Bali anschauen wollten... und so landeten wir doch tatsächlich im schrecklichen Kuta, der Touristenhochburg Balis. Nunja, so schrecklich war der Ort an sich gar nicht – wenn man wie wir mit dem schlimmsten rechnet ;) Schlimm war der Aufenthalt hier nur weil unser Hotel eine Katastrophe war (Nachtbaustelle mit Presslufthammer und Flutscheinwerfern) und die eigentlich schöne Tanzvorführung ein mächtiger Touriflop war achja, und netterweise war es auch ständig bewölkt und leider kein Bade- oder Surfwetter. Und dass man zwischen Pizza, Sushi, Burger & Co fast vergeblich nach indonesischem Essen suchen musste versteht sich bei der Masse und Art der Kuta-Touris von selbst...
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Mit vielen balinesischen Spaprodukten und ganz feinem indonesischen Vanillepuder im Gepäck ging es nach Bezahlung einer Ausreisegebühr (frech, wir mussten schon bei Ankunft ganz schön viel hinlegen!) ab nach Bangkok!

Eingestellt von Sondi 23.12.2012 09:11 Archiviert in Indonesien Kommentare (0)

Laos - Mönche, schöne Landschaften und Beerlao

Erholung pur im Land der 1000 Elefanten und 4000 Inseln

sunny 32 °C

Nach einer abenteuerlichen Busreise erreichten wir morgens um 6 Uhr die laotische Grenze. Im Halbschlaf hatte man schon die Serpentinen gemerkt, die der Bus erklommen hat. Als wir aus dem Bus ausgestiegen sind befanden wir uns mitten im Dschungel und da es im Gegensatz zu feucht heißen 35 Grad in Hanoi recht frisch war, mussten wir wohl irgendwo in den Bergen sein. Auf jeden Fall konnte man mal wieder richtig durchatmen, zumal es auch im Bus feucht warm war – nachdem alle klatschnass vom Monsun in Hanoi eingestiegen waren.
Da die Grenze erst um 7 öffnete mussten wir noch etwas Zeit überbrücken, aber außer einer "Toilette" und einem kleinen "Restaurant", in dem die Vietnamesen ihr typisches Frühstück - Rindfleischnudelsuppe - geschlürft haben, gab es nicht viel. Pünktlich um 7 gings dann los – zu Fuß über die Grenze, zusammen im Pulk mit den anderen Backpackern. Erst einen Ausreisestempel abholen und 2 Dollar bezahlen, dann einen Kilometer zu Fuß - nicht recht wissend ob der Bus nachkommt – um dann auf der anderen Seite das Visum für Laos zu beantragen und zahlen - und schon waren wir nach Laos einmarschiert.
Dass wir mitten im Dschungel waren haben wir nicht nur an der Weiterfahrt gemerkt, sondern auch an 2 Tieren die wir gesehen haben: ein quietschgrüner Riesengrashüpfer am Visumsschalter, der bestimmt 15cm lang war und einem unbeschreiblichen Tier, das so aussah als würde es aus ganz vielen zusammengesteckten hauchdünnen Streichhölzern bestehen, ohne dass man dabei einen wirklich Körper gesehen hat.
Nachdem wir den ganzen Abend nichts gegessen hatten, haben wir uns an der laotischen Grenze noch mit ein paar Köstlichkeiten, wie zum Beispiel frittierten Bananen und Süsskartoffeln oder Algenchips eingedeckt (lecker!).

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Auf dem Weg nach Vientiane konnten wir dann einen ersten Eindruck von Laos gewinnen: Wir sind durch eine sehr grüne und hügelige Landschaft gefahren, die "Häuser" waren zum Großteil sehr einfach und die Menschen auf den Straßen sahen fröhlich und zufrieden aus. Bei einem Zwischenstopp in einem wie gewohnt recht runtergekommenen Familienbetrieb-Restaurant haben wir einen ersten Test der eher unspektakulären laotische Küche gewagt, während uns der Vater seine Bong rüberschob weil er wollte das man mit ihm "raucht". Als wir nochmal in den Hof aufs Plumpsklo (mit Handspülung) wollten, haben gerade die niedlichen Kinder des Restaurants etwas mit einem langen speziell zugeschnitzten Stock von den hohen Bäumen gepflückt. Es sah aus wie Litschis und nachdem wir die Kinder neugierig beobachtet haben, schenkten sie uns schüchtern und kichernd ein paar Früchte – da fühlten wir uns direkt willkommen in Laos. Später haben wir herausgefunden, dass es sich bei den Früchten um Longan handelt (etwas kleiner als Litschis, dafür einen größeren Kern und nicht ganz so süß, aber trotzdem sehr lecker und einfach was Neues).

Vientiane
Angekommen in Vientiane sind wir mit dem Tuk tuk zu unserem Hotel gefahren. Dort mussten wir allerdings feststellen, dass wir nicht für Juni reserviert hatten, sondern für Juli – ja das kann halt mal passieren, wenn man so lange unterwegs ist und es einem eigentlich egal ist welcher Tag oder welcher Monat im Moment ist... Da kein Doppelzimmer mehr frei war haben wir ein Einzelzimmer genommen, mussten allerdings den gleichen Preis bezahlen, was eigentlich eine ganz schöne Frechheit war. Uns wars aber nach der langen Busfahrt auch egal, da wir einfach nur Duschen wollten und dann ganz schnell was leckeres essen. Vientiane ist zwar die Hauptstadt von Laos und hat auch 0,5 Mio. Einwohner, trotzdem geht alles wesentlich gemütlicher zu als in Vietnam und man kann ganz entspannt durch die Straßen laufen. Auf dem Weg in die Innenstadt sind wir an ein paar hübschen Tempeln vorbeigekommen und sind dann direkt in ein französisch-laotisches Restaurant. Die französischen Einflüsse resultieren aus der Kolonialzeit und sind auch heute noch deutlich in Laos zu spüren. So gibt es zum Beispiel einige französische Patisserien und hier und da wird auch französisch gesprochen. Nach dem Essen haben wir dann noch ein paar neue Freunde getroffen, die wir im Bus kennengelernt hatten und haben gemeinsam ein Bierchen getrunken. Das „Beerlao“ kommt aus der staatlichen Brauerei und schmeckt ziemlich lecker. Das ist auch gut so, denn es gibt keinerlei Möglichkeit ein anderes Bier zu kaufen, da es in Laos keine andere Brauerei geben darf und die Importzölle extrem hoch sind und so quasi nirgends ein anders Bier verkauft wird. Der Hauptanteil von Beerlao besteht übrigens aus Jasmin-Reis, dazu noch Hopfen und Hefe die aus Deutschland importiert werden.
Zum Nachtisch noch einen leeeckeren Schoko-Banane Crêpe von einem der unzähligen fahrenden Strassenverkäufern, natürlich ebenfalls aus Reis hergestellt, eben typisch laotisch.

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Vang Vieng
Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück (auch hier gab es wie in Vietnam leckere Pancakes mit frischen exotischen Früchten und zur Abwechslung auch mal ein französisches Croissant, aber leider war der erste laotische Kaffee nach dem guten vietnamesischen sehr enttäuschend), das zumindest ein bisschen für das kleine Bett entschädigt hat, gings per Minibus weiter nach Vang Vieng. Die meisten Straßen in Laos sind nicht asphaltiert und so wurde es eine sehr holprige und staubige Fahrt, obwohl es eine Hauptstrasse ist, bis in das kleine Vang Vieng, das auf den ersten Blick wie ein kleines verschlafenes Örtchen in einer traumhaften Landschaft aussieht. Wenn man aber genauer hinschaut merkt man sehr schnell, dass hier fast gar nichts normal ist, außer der schönen Landschaft. Vang Vieng hat sich in den letzten Jahren zum Partymekka von Laos verwandelt und ist vor allem für sein Tubing und die überall erhältlichen Happy-Shakes und Happy-Pizza berühmt.
Angekommen in Vang Vieng haben wir uns erstmal einen halbwegs fahrtüchtigen Roller geliehen um die Landschaft zu erkunden. Was wir gesehen haben war wirklich toll: die Stadt ist umgeben von Karstfelsen, die ähnlich wie in der Halongbucht aussehen und alles ist saftig grün. Allerdings mussten wir auf halber Stecke umdrehen, da es zu regnen angefangen hatte. Wir konnten daher leider nicht mehr die vielen Höhlen in der Felslandschaft erkunden, die teilweise herrliche türkisene Swimmingpools sein sollen. So wurde auch aus dem Tubing nichts, worüber wir im Nachhinein eigentlich ganz froh waren. Beim Tubing fährt man in einem aufgeblasenen LKW-Reifen flussabwärts und kann immer wieder bei den Bars am Rand anhalten (man wird mit einem Seil an Land gezogen). Dort gibt es Alkohol und Happy-Shakes zu Schleuderpreisen. 1 Liter Whisky mit Cola kostet ca. 1 Euro. Dazu gibt es Felsen, Rutschen, ... Das Krankenhaus in Vang Vieng ist übrigens das größte Gebäude im ganzen Ort und wir haben nirgendwo sonst so viele verletzte und nicht mehr ganz nüchterne Reisende (insgesamt eher noch im Teenie Alter) gesehen… Diese trifft man auch in den zahlreichen Bars im Ort, dort hängen sie ab und glotzen vom Frühstück an bis tief in die Nacht die Ami-Serien Friends, Family Guy und How I met your Mother - in JEDER Bar/Restaurant! Nach dem Tubing humpeln sie leichtbekleidet im Bikini in den Ort - für die religiösen Einheimischen eine echte Zumutung! Uns hats nach einer Nacht gereicht und wir sind weitergefahren, Richtung Norden nach Luang Prabang.

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Luang Prabang
Die sechsstündige Fahrt ins eigentlich gar nicht so ferne Luang Prabang ging ziemlich in den Magen... ein einziges Geschlängel durch die Berge! Aber die einmaligen Aussichten über die Berge und grünen Täler und Einblicke in das laotische Dorfleben haben entschädigt! Überall waren kleine Siedlungen in den Bergen, ein paar einfache Bambushäuschen direkt an der Strasse, freilaufende Hühner, ausgebreitete Chilis zum Trocknen, kaum bekleidete spielende glückliche Kinder, alte Frauen die schwer bepackt von der Ernte oder einem anderen Dorf zurückkamen, Duschsessions ganzer Grossfamilien unter dem einzigen Wasserfall des Dorfes oder der einzigen Wasserstelle... - alles Leben fand direkt an der Strasse statt, alles war sehr, sehr einfach und ursprünglich - und die Menschen wirkten absolut glücklich und zufrieden.

Luang Prabang ist das komplette Gegenteil von Vang Vieng:
Hier ist alles sehr ruhig und beschaulich und der ganze tiefenentspannte Ort ist von seinen zahlreichen hübschen Tempeln und Mönchen geprägt. Hier haben wir 5 ganz entspannte und doch zum Teil spannende Tage verbracht.

Luang Prabang liegt im laotischen Hochland umgeben vom Mekong mit einem sehr warmen aber angenehmen Klima. Alles ist schön grün und in der ganzen Stadt findet man zahlreiche blühende Bäume wie zum Beispiel den Frangipani Baum mit seinen weißen Blüten, der herrlich durch die Strassen duftet. Auch die ganz in orange gekleideten Mönche sind allgegenwertig und können morgens um 6 Uhr beobachtet werden, wenn Sie durch die Straßen gehen und auf dem Weg in ihr Kloster von den Frauen des Dorfes Opfergaben empfangen. Zurecht wurde die alte Königsstadt von Laos zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, die mit ihren 32 (!) buddhistischen Klöstern und Tempeln und der französischen Kolonialarchitektur einen ganz besonderen Charme und ein schwer zu beschreibendes Lebensgefühl ausstrahlt.
Charakteristisch für die netten Gassen der Stadt sind die niedrigen, aneinander gereihten 2-stöckigen Kolonialhäuser mit grossen Holz-Balkonen und -verandas, bunten Fensterläden und anderen Holzverzierungen. In solch einem Haus mit eigenem kleinen Balkon in den Palmengarten haben wir auch gewohnt.
Gleich am ersten Tag haben wir uns mal wieder ein Fahrrad geliehen und eine ausführliche Tempelerkundung gemacht. Diese sind hier besonders alt und schön geschmückt und herrlich ruhig und friedlich, wie die ganze Stadt.

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Da wir schon eine ganze Zeit lang wissen wollten, woher der Reis eigentlich kommt und was die ganzen Bauern in den Reisfeldern machen, haben wir uns für einen Reis-Workshop angemeldet. Dort wurden uns die 14 Schritte erklärt wie man Reis sät, aufwachsen lässt und erntet. Das ist wirklich ein Knochenjob. Wir mussten zum Beispiel mit einem Wasserbüffel ein Feld umpflügen in dem man bis über die Knie im Schlamm steckt. Alles in allem wächst der Reis ähnlich wie andere Getreidesorten, nur dass der Boden extrem feucht und matschig sein muss. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, den Reisprozess von den Einheimischen erklärt zu bekommen. Ein absolutes Highlight war dann auch unsere Elefantentour. 2 Stunden mit einem Elefanten durch den laotischen Dschungel und anschließend noch baden mit dem Elefant im Mekong – einfach unbeschreiblich. Am Anfang saßen wir auf dem Rücken des Elefanten und ein einheimischer Elefantenführer (Mahout) auf dem Kopf direkt hinter den Ohren. Doch nach einer Weile ist er abgestiegen um Fotos zu machen und Sonja "musste" in den Nacken sitzen und den Elefanten mit seinen fliegenden Riesenohren führen. Immer wieder hat der Elefant nebenher riesige Pflanzen abgerissen und ganze Äste verschlungen. So ein Elefant ist unglaublich groß, wenn man ihn von so nahem sieht und unglaublich kräftig – für uns war der Ritt auf dem Elefanten ein unglaublich tolles Erlebnis, das wir sicherlich nicht so schnell vergessen werden.

Trotz zahlreicher Touristen, die man aber weniger stark wahrnimmt als an anderen Orten, konnte Luang Prabang seinen Charme behalten und wirkt wie aus einer anderen Zeit. Die Einheimischen führen ein einfaches und bescheidenes Leben, sind aber immer fröhlich und freundlich und sehen nicht nur das Geld der Touristen, sondern strahlen einfach Gelassenheit und Entspannung aus. Vor allem auf den zahlreichen Märkten, auf denen man das Übliche und frisch zubereitetes Essen und Souvenirs kaufen kann trifft man die lokale Bevölkerung.
Auch das Essen war sehr lecker. Neben den üblichen Reis-Hühnchengerichten und Suppen, die uns fast immer sehr gut geschmeckt haben, gab es auch einige französische Restaurants und Bäckereien mit zahlreichen Leckereien.

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4000 Mekong Inseln
Nun waren wir weit oben im Norden des Landes, wollten als weiteren Laos-Höhepunkt aber nach Si Phan Don - ganz runter in den Süden.
Da wir nicht nochmal nach Vientiane wollten, haben wir uns dazu entschieden die komplette Strecke von Luang Prabang zu den 4000 Inseln in einem Schwung zu machen: Tuk tuk, Reisebus nach Vientiane, Tuk tuk von einem Busterminal zum nächsten am anderen Ende der Stadt, mit dem KING OF BUS Schlafbus nach Pakse, Tuk tuk zum Minibus, Minibus zu den 4000 Inseln und dann noch mit dem Boot zu unserer Insel „Don Det“.

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Nach fast 2 Tage auf der Straße sind wir dann endlich angekommen und es hat sich gelohnt! Allerdings stellte sich die gebuchte Unterkunft als ziemlicher Flop heraus. Alles war komplett verlassen und verdreckt und auch kein Restaurant auf das wir uns so gefreut hatten, weil es im Internet von allen gelobt wurde. Nach einem kleinen Fahrradausflug rund um die Insel (in einer Stunde kann man einmal seeehr entspannt rundrum fahren) haben wir dann aber eine schöne, sehr einfache Unterkunft gefunden. Die 4 Euro/Nacht für die erste Unterkunft haben wir dann trotzdem brav gezahlt, und auch die Unterkunft die wir gefunden haben kostete nur 4 Euro/Nacht. Insgesamt war eigentlich fast alles in Laos sehr günstig und so haben wir es uns auf Don Det sehr gut gehen lassen.
Don Det ist eine von den sogenannten "4000 Inseln" (Si Phan Don), die sich in Südlaos befindet, mitten im Fluss Mekong, einer der Lebensadern in Südostasien. Am Anfang waren wir etwas skeptisch hier her zu kommen, da wir gehört hatten, es soll zum Teil ähnlich wie Vang Vieng sein. Das war aber überhaupt nicht so. Außer ein paar Happy-Shakes auf den Getränkekarten erinnerte nichts an das Partydorf in Nordlaos. Don Det hat vielleicht 50 Einwohner und bis vor ein paar Jahren gab es hier noch nicht einmal Strom. Auch heute findet man hier lediglich ein paar Rucksacktouristen, die die Ruhe und Abgeschiedenheit auf den Inseln geniessen. Gewohnt haben wir bei Mr. Phao, einem sehr netten Laoten, der mit seiner ganzen Familie und seinen unzähligen Kindern im Haupthaus gewohnt hat und 6 Bungalows auf Stelzen direkt am Wasser mit Veranda und Hängematten vermietet. Alles sehr einfach, nur ein großes Bett ein kleines Bad mit Kaltwasser und Handklospülung, aber mehr braucht man mitten im Paradies auch nicht, außer vielleicht die herrlichen Pancakes mit Banane oder Ananas, die es jeden Morgen gab. Selbst ein paar kleine "Mitbewohner" konnten uns nicht stören.

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Bei konstanten 30 Grad und Sonne pur haben wir außer ein paar Fahrradtouren nicht wirklich viel gemacht. Auf der ganzen Insel gibt es nämlich außer ein paar Tuk tuks keine Autos. Auf den schmalen Sandwegen, die über die ganze Insel verteilt sind und auch einmal außen herumführen, konnte man prima Fahrradfahren und die ganze Insel sowie die Nachbarinsel per mautpflichtiger Mini-Brücke erkunden. Dort gab es einige hübsche Tempel und einen Wasserfall, der die Franzosen zu Kolonialzeiten daran hinderte, den Mekong flussaufwärts zu schippern. Deshalb haben Sie über die komplette Insel eine Eisenbahnstrecke gebaut, von der noch heute einige Teile übrig sind.
Bei einer der Fahrradtouren zur Nachbarinsel haben wir dann auch einen Ausflug mit dem Boot gemacht, um die sehr seltenen Irrawaddy Delfine zu sehen – Süßwasserdelfine die im Mekong schwimmen. Sehr witzig war, dass der Mekong an dieser Stelle die Grenze zu Kambodscha bildet und wir 2 Euro Grenzgebühr zahlen mussten, die unser Bootsman auch gleich auf der anderen Seite des Flusses abgegeben hat. Unser "Guide" war vielleicht 15 Jahre alt und immer schrecklich aufgeregt, wenn er einen Delfin entdeckt hat oder als er uns erzählt hat, dass auf der anderen Seite des Flusses „Cambodia“ ist. Die Delfine hat man nur aus der Ferne sehen können, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis diese seltenen Tiere zu sehen und laut ausatmen zu hören.
Vor allem die unzähligen Kinder auf Don Det waren sehr niedlich und herzlich und haben einen immer mit einem freundlichen „Sabaidee“ begrüßt, wenn man mit dem Rad an Ihnen vorbeigefahren ist. Das Leben der Bewohner spielt sich quasi komplett im Freien ab, sie spielen draussen, arbeiten draussen auf den wenigen Feldern, treiben ihre Wasserbüffel über den einzigen Inselweg, sitzen gemeinsam vor ihren Hütten, treffen sich mit ihren Hähnen zum Hahnenkampf, ruhen auf alten Bettgestellen im Freien aus...

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Und dann war da natürlich noch die Fussball-EM. Es hat uns doch ziemlich überrascht, was für eine Fussballeuphorie in Asien herrscht und vor allem für den europäischen Fussball. Das haben wir schon in Vietnam gemerkt, wo auf mehreren Kanälen alle Spiele nachts um 1 oder 2 Uhr übertragen wurden und in zahlreichen Bars und Häusern die Fernseher liefen. Auch Mr. Phao war ein großer Fussballfan und hat sich die Nächte um die Ohren geschlagen, so dass er uns alle Details beim Frühstück erzählen konnte. Das Halbfinale Deutschland – Italien wollte ich (Andi) mir natürlich auf keinen Fall entgehen lassen und das Spiel mit Mr. Phao anschauen. Anstoss war nachts um 1.45 Uhr, nur hat es um Mitternacht so zu regnen angefangen, dass auch der kurze Weg von unserem Bungalow zum Haupthaus nicht so einfach zu bewältigen war. Etwas nass habe ich es dann aber doch zu Mr. Phao geschafft, der schon mit einem Freund aus dem Dorf vor dem Fernseher wartete. Wie groß die Fussballbegeisterung in Asien ist, hat sich mir dann deutlich gezeigt, als ein weiterer Freund auf dem Roller ankam. Er ist über die ganze Insel gefahren und kam völlig durchnässt an – nur um sich in Laos mitten in der Nacht ein Fussballspiel zwischen Deutschland und Italien anzuschauen. Das hat mich ziemlich beeindruckt, nur auf seine Frage wo ich denn herkomme, wollte ich beim Spielstand von 0:2 nicht mehr so wirklich antworten. Aber die Niederlage war so schnell vergessen, wie das Unwetter in der Nacht, denn am nächsten Tag hatten wir wieder strahlenden Sonnenschein. Unseren letzten Abend haben wir dann nochmal in unserem Stammrestaurant verbracht. Die Terrasse war auf Stelzen gebaut und ragte über den Mekong. Hier war es herrlich entspannt, mit vielen Kissen und Hängematten und wir kamen fast jeden Abend hierher, um lecker zu Essen und eine Partie Kniffel zu spielen. Am Ende hat uns Mr. Phao noch ein laotisches Freundschaftsbändchen geschenkt - wir wurden also so freundlich verabschiedet wie wir empfangen wurden. Wir werden immer gerne an die Zeit in Laos zurückdenken und hoffen dass sich das Land durch den Tourismus zu schnell verändert.

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Von Don Det aus ging es weiter über Pakse nach Ubon Ratchathani in Thailand, da wir von dort aus einen günstigen Flug nach Bali via Phuket (Thailand) gefunden haben. Also erstmal 6 Stunden mit dem Bus nach Ubon, dann übernachten, weiter mit dem Flugzeug nach Phuket, kleiner Standspaziergang, der sich aber nicht wirklich gelohnt hat, nochmal übernachten und dann früh Morgens nach Bali. Klingt vielleicht etwas umständlich, war aber sehr interessant und die Flüge mit Air Asia sind einfach unschlagbar günstig.

Eingestellt von Sondi 14.09.2012 06:34 Archiviert in Laos Tagged laos vientiane luang_prabang don_det 4000_islands vang_vieng Kommentare (0)

Auf nach Südostasien - erster Stop: Vietnam

Von Saigon entlang der Küste bis Hanoi

sunny 34 °C

Nach 1,5 Monaten in Neuseeland und Australien, waren wir ziemlich aufgeregt als es hieß: adieu bequemes Reisen, ab nach Südostasien! Von Sydney ging es mit einer Nacht Stop-Over in Bangkok zielstrebig nach Vietnam – wir wussten nicht genau was uns erwartet, wie fremd und kompliziert es wohl sein wird und wie wir uns durchschlagen werden...
Unsere Vietnam-Route startete in Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) und ging vom Süden immer an der Küste entlang in den Norden des Landes und war somit der typische Touristen-Pfad – was uns zu Beginn nicht so klar war und im Nachhinein hätten wir die Route lieber etwas anders geplant, aber dazu später mehr.

Ho Chi Minh City
Ho Chi Minh City (kurz HCMC) empfing uns mit viel Hitze – und noch mehr Motorbikes!
Wirklich, die behelmten, mit Mundschutz vermummten Flitzer waren für uns nach wenigen Minuten das Symbol dieser Stadt, wenn nicht sogar für ganz Vietnam: auf 7 Mio. Einwohner kommen in dieser Stadt 5 Mio. Motorroller!!!
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HCMC ist die zweitgrößte Stadt Vietnams und somit das Zentrum von Südvietnam. Eine „typische“ asiatische Großstadt mit viel Trubel, Schmutz, schwüler Hitze und Lärm. Allerdings war die Straße in der wir wohnten total nett. Dort waren die ganzen Backpackerunterkünfte, zahlreiche leckere Restaurants, Streetfood-Stände und Bars, günstige Massagesalons und die Läden, die ein Budget-Traveller so braucht – kopierte Lonely Planets aller Länder, gefälschte Outdoor-Klamotten, Sonnenbrillen, Havaiannas undundund.
So waren unsere ersten Tage in Asien auf jeden Fall sehr spannend und haben Spass gemacht, zumal die Leute in unserem Hotel – die ersten Vietnamesen und somit ein Massstab für uns – total nett und niedlich waren und uns jedes Mal wenn wir das Hotel verlassen oder betreten haben, extrem freundlich begrüsst haben, als wären wir die VIP-Gäste.
Da die ungewohnte Hitze, die selbst nachts nicht nachlässt, wirklich lähmt, haben wir es sehr gemütlich angehen lassen und das bunte Treiben auf den Strassen am liebsten von den Balkonen der Cafes und Restaurants aus beobachtet: chaotische Motorroller-Kolonnen, Fahrrad-Taxis, mit 5-köpfigen Familen oder ganz vielen Waren bepackte Motorroller, Wertstoffsammler oder Müllabfuhr per Fahrrad, rollende Händler - entweder per Fahrrad-Laden oder Roll-Laden, mit getrocknetem stinkenden Fisch, mit gerilltem Allerlei von Fröschen bis hin zu eingelegten Hühnerfüßen und frischen Früchten, kleine Mädchen die einem einzelne Kaugummis oder Tempopackungen verkaufen möchten, Frauen die eine Last von 20 kopierten Büchern in einem losen Stapeln auf ihren Schultern von (Touri-)Bar zu Bar tragen, schlafende Männer in allen Positionen auf ihren Fahrzeugen, egal ob Roller oder Fahrradtaxi . . .
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Wir lieben es ja in den neuen Ländern Supermarkt und Märkte zu erkunden und die lokalen Früchte, Delikatessen und Kuriositäten kennenzulernen.
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Im Supermarkt war es für uns noch ungewöhnlich, dass rohe, marinierte Fleisch- und Fisch-Waren einfach so lose ohne Verpackung unabgedeckt im offenen Kühlregal zur Selbstbedienung lagen, auf dem Markt haben wir dann aber gemerkt, dass das noch harmlos war – hier werden rohes Fleisch+Fisch Tag ein Tag aus bei grösster Hitze auf ein und dem selben kleinen Holzbrett und direkt auf dem schmutzigen Boden gehackt und geschnitten, egal wie viel Blut und wie viel Fliegen sich ansammeln...
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Aber selbst das ging noch krasser – wenn wir im Nachhinein an diesen Markt zurückdenken war er gepflegt und hygienisch, im Vergleich zu allen Märkten, die wir danach in Vietnam und Laos gesehn haben – hier wurde nicht mal mehr versucht die Sachen zu kühlen oder die vielen Fliegen zu vertreiben... Egal, das viele fremde Obst und Gemüse war toll, prächtige leuchtende Farben, günstige Preise und von einigen bekannten Obstsorten gab es weitere unbekannte Varianten. Leider gab es auch die bekannte Durian-Frucht – wir haben sie nur Stinkefrucht genannt. Für die Vietnamesen ist es eine heilige Frucht und die Königin der Früchte und leider war gerade Hochsaison und sie wurde an jeder Strassenecke geschält verkauft und verspeist ... man kann sich den Gestank nur schwer vorstellen, aber wer es nur einmal gerochen hat weiss ganz genau was wir meinen 
Wir hatten uns sehr auf das vietnamesische Essen gefreut – und wurden nicht enttäuscht! Am liebsten hatten wir die einfache Pho – vietnamesische Reisnudel-Suppe mit einer klaren kräftigen Brühe mit markantem Sternanis-Duft und einem Haufen frischen Kräutern, Limette und Chilli und wahlweise Fleisch oder Garnelen.
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Aber auch die lecker gefüllten herzhaften Pfannkuchen Bánh Xèo, die vielen Dipp-Saucen, erfrischende Salate aus Bananenfrucht oder Loutuswurzel, frische Springrolls, Morning-Glory= in viiiiiel Knoblauch angebratener Wasserspinat, karamellisiertes Fleisch im Tonpott, jede Menge Garnelen und Fisch, unzählige Banana-Pancakes und Fruchtshakes haben wir auf unserer Reise durch Vietnam genossen. Denn im Gegensatz zu den bisherigen Ländern, waren Restaurant-Besuche hier kein Luxus und wir haben nicht ein einziges Mal selber gekocht, weil natürlich alles unglaublich günstig ist. Herrlich – morgens, mittags, abends lecker speisen  !
Ansonsten hat die Stadt ausser ein paar Tempel und Museen nicht wirklich viel zu bieten. Nach ein paar Tagen hat man den Lärm, die Hektik und die schlechte Luft außerdem satt. So haben wir zwischendurch eine Pause von der Stadt gemacht und eine Tagestour ins Mekongdelta unternommen. Dieser Trip mit einem guten vietnamesischen Guide, der uns viel über die vietnamesische Kultur und die aktuelle Situation des Landes erklärt hat war ein Highlight unseres Aufenthaltes in Süd-Vietnam.
Im Mekongdelta haben wir einen Floating-Market besucht (aber nicht nur der Handel spielt sich auf dem Wasser ab, in dieser Gegend leben auch sehr viele Vietnamesen auf dem Wasser), eine kleine Reis“werkstadt“ besucht, in der verschiedene Produkte aus Reis hergestellt wurden und anschließend noch eine Boot- und Fahrradtour auf einer Insel gemacht und natürlich lokales Essen genossen – hier gab es einen tollen Mekongfisch (Elephant-Ear-Fish) den man sich knusprig gebraten zusammen mit anderen frischen Zutaten in kleine Mini-Pfannkuchen gerollt hat.
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Ein weiteres Highlight war das Treffen mit einem alten Freund von Andi aus Adidas-Zeiten. Es war sehr schön mal wieder mit Freunden aus der „Heimat“ zu sprechen. Ansonsten haben wir nämlich nur mit lustigen vietnamesischen Studenten gesprochen, die alle in einem speziellen Park den Ausländern „auflauern“: durch diesen Park muss man gehen, um zum größten (Touri-)Markt zu gelangen, der perfekte Ort für die Studenten um im angenehmen Schatten auf englischsprachige Touris zu warten, die sie dann mit ihren englischen Fragen bombardieren, um englisch zu üben. Einmal war es sehr witzig - weil wir uns mir einer netten ganz jungen Vietnamesin auf eine Bank gesetzt haben waren wir „einfache Beute“ und am Ende von 7 neugierigen Vietnamesen umzingelt, die total aufgeregt waren endlich so viel englisch zu sprechen wie wahrscheinlich noch nie zuvor.
Ansonsten konnten wir den günstigen Massagen nicht wiederstehen und haben sie täglich genossen – entweder bei der vietnamesischen Standard-Massage (ja, da laufen sie auch auf dem Rücken rum  ) für unglaubliche 120 000 Dong (4,50 €/h) oder einer Hot Stone Massage für 6 Euro, Pediküre mit Lack: 80 Cent – ein Traum!

Mui Ne Beach
Da wir nun endlich wieder in einem Land mit Sommertemperaturen waren und seit Tagen die Hitze ertragen mussten, konnten wir es nicht erwarten aus der Stadt raus, an die Küste zu kommen.
Vom Reiseführer als sehr schöner Fischer-Strandort beschrieben, können wir das leider nicht bestätigen und von Mui Ne nur abraten: Da der Wasserspiegel in den letzten Jahren gestiegen ist gibt es so gut wie keinen Strand mehr – schon mal schlecht für einen Strandort... Alles dreht sich um eine einzige lange Straße am Meer entlang außerhalb des eigentlichen Dorfs, die so dicht besiedelt ist von Hotels und Restaurants, dass man das Meer nie sieht und man auch nur im eigenen Hotel die Chance hat an den „Strand“ zukommen. Der ganze Ort hat etwas von Mallorca, ein Partywochenendziel für die Reichen aus Ho Chi Minh. Ausserdem haben sich hier die Russen breit gemacht... - alle Speisekarten gibt es auch auf Russisch, kleine Supermärkte bieten eine komplette russische Produktpalette an, viele Hotels haben russische Besitzer und viele sind komplett mit russischen Urlaubern ausgebucht – irgendwie befremdlich, wenn man doch gerade Vietnam entdecken möchte.
Man kann hier zwar gut Kiteboarden und es gibt eine große Sanddüne. Aber da wir auf beides gerade keine Lust hatten, sind wir nach einer Nacht weitergefahren...
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Nha Trang
Ähnlich wie Mui Ne – sehr touristisch und an westliche Touristen angepasst, aber zumindest gibt es hier einen großen Sandstrand an einer ganz netten Promenade und man kann wohl gut Tauchen und Trips zu umliegenden Inseln machen. Nha Trang war für uns aber nur ein Zwischenstopp, denn wir wollten schnellstmöglich zum abgelegenen Jungle Beach, da wir nicht nur Meer+Strand sondern unbedingt auch Ruhe und Natur tanken wollten und keine Motorbikes mehr sehen konnten - und auch nicht mehr angesprochen werden wollten, ob wir eins mieten möchten.
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Jungle Beach
Wohl eines der letzten kleinen Paradise in Vietnam! Von der großen Küstenstraße aus kommt man nur per Taxi auf die Halbinsel Hon Khoi, die 50 km nach Nha Trang ins Meer reicht und durchquert dann das einzige Dorf, dass in der Nähe des Jungle Beach liegt. Und dann ist man angekommen: ein wunderschöner exotischer Garten, etwa sechs Bungalows, ein netter Essensbereich direkt an der Küche und der Wohnung der Besitzerfamilie – und ein breiter Sandstrand ganz allein für die wenigen Gäste. Ein einziger Schotterweg führt über die Insel und vorbei am Jungle Beach – und direkt dahinter tropische Berge. Bei türkisfarbenem Badewannen-warmen Wasser, toller vietnamesischer Hausmannskost und lustigen anderen Gästen konnten wir vier Tage lang so richtig entspannen und quasi nichts tun außer auf die nächste Mahlzeit zu warten. Diese wurden immer zusammen, also alle Gäste und die komplette (angeheiratete) vietnamesische Familie des kanadischen Besitzers, am großen Tisch eingenommen - was wirklich toll war! Denn so war der Aufenthalt hier wie in einer großen Familie, man hat von zahlreichen Tellern bei jedem Essen mindestens fünf verschiedene Gerichte geschlemmt, saß abends bei kühlem Saigonbier zusammen bevor man in die spartanischen Bungalows unter das Moskitonetz gekrabbelt ist. Zu erkunden gab es in der Umgebung nur einen Wasserfall, ein paar Schweine und das winzige Dorf – hier haben wir mit einem rosa Tandemrad mal Hallo gesagt und Süßigkeiten erstanden. Tolle erholsame Tage am Strand mit super Wetter! Nur kurz vor der Abreise haben wir einen kleinen Schock bekommen: Unter einem unserer Rucksäcke hatte eine fleißige Ameisenfamilie ihr Zuhause gebaut…
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Hoi An und My Son
An der großen Straße warteten wir dann nachts zusammen mit dem Taxifahrer auf den vorbeifahrenden Bus nach Hoi An – unsere nächste Station. Nach unserer ersten Nachtbusfahrt in Vietnam kamen wir dort ziemlich k.o. an – doch bei knallender Sonne und einer so malerischen Stadt keine große Verschnaufpause.
Hoi An ist eines der Vietnam Reiseziele das auf keiner Rundreise fehlt, trotzdem hat seine Altstadt (Weltkulturerbe) noch einen wunderbaren Charme, kommt sehr gemütlich und romantisch-asiatisch rüber. Besonders abends wenn überall die Seidenlaternen bunt leuchten und im Fluss Laternen mit Kerzen treiben. In der Altstadt findet sich ein toller Mix aus chinesischen Einflüssen mit vielen Tempeln und Handelshäusern mit antiken Holzmöbeln und französischen Kolonialbauten. In die Altstadtgassen dürfen zu den meisten Zeiten keine Motorroller rein, d.h. man kann hier endlich mal gemütlich schlendern – denn inzwischen hat man sich ja auch an die ständigen Angebote, Bitten und aufdringlichen Fragen gewöhnt und selbst die Schneidereien an jeder Ecke, die jeden in den Laden zerren wollen haben uns nicht weiter gestört. Fast jeder Hoi An Besucher lässt sich ein oder mehrere Kleider, Anzüge etc. maßschneidern, denn die Stadt ist bekannt für ihre Seide und Schneider.
Das Städtchen haben wir gemütlich zu Fuß und per Rad durchquert und die Umgebung – Reisfelder und zwei bekannte große Strände – haben wir bei einer Radtour erkundet.
Mit Essen haben wir in Hoi An – die eigentlich zu den kulinarischen Highlights zählen soll – leider größtenteils Pech. Dafür war das riesige frische Frühstücksbuffet in unserem Hotel der perfekte Start in den Tag und dort hat Sonja sogar an einem Morgen einen ehemaligen Praktikanten aus der Agentur getroffen!
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Wieder mit einer geführten Bustour haben wir von Hoi An aus einen Tagesausflug nach My Son gemacht. Spricht man Mi son und heißt nicht „mein Sohn“ sondern „Schöner Berg“. In einem Tal umgeben von Bergen befindet sich dieses Weltkulturerbe: Ruinen einer weitläufige Tempelstadt der Cham-Kultur. My Son war vom 4. bis 13. Jahrhundert das religiöse und kulturelle Zentrum, der bedeutendste Ort des hinduistischen Champa Volkes. Leider wurden My Son im Vietnamkrieg stark zerstört, von ursprünglich 70 sind nur noch 20 Bauwerke intakt, von den hohen Tempeltürmen ist nichts mehr zu sehen. Es sind wirklich nur noch Tempel-Ruinen, keine Stadt. Doch die vielen noch erkennbaren Shiva- oder Elefantenfiguren, Männlichkeitssymbole und andere Skulpturreste, die landschaftliche Umgebung und die mit Gras und Farn bewachsenen roten gebrannten Ziegelstein-Ruinen umgeben von Wald wirken geheimnisvoll – wäre da nur nicht immer diese unerträgliche Hitze ;-)
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Wir wollten unbedingt eine längere Strecke mit dem Zug fahren in Vietnam. Nicht nur weil das unglaublich langsame Vorankommen in den Bussen auf den schlechten Straßen zeitraubend ist, sondern weil die Nord-Süd-Zugstrecke in Vietnam ziemlich malerisch und einfach mal ein anderes Erlebnis als ewiges Busfahren ist. Die Züge sind allerdings immer voll und so haben wir 2 Tage im Voraus leider keine Plätze mehr bekommen, außer Holzsitze im Raucherabteil – für 12 Stunden vielleicht dann nicht so toll … Also wieder per Nachtbus (und diesmal wussten wir ja was uns erwartet und schon war es erträglicher) ging es weiter die Küste entlang nach Ninh Binh. Den nächsten Vietnam-„Muss“-Stopp die Kaiserstadt Hue haben wir somit ausgelassen, schließlich wollten wir noch etwas Zeit für den Norden und später noch Laos übrig haben.

Ninh Binh
Ninh Binh ist eine unspektakuläre (hässliche) Stadt, die absolut untouristisch aber Ausgangspunkt für eine tolle Umgebung ist: die „trockene Halongbucht“. Hier ragen inmitten von saftig-grünen Reisfeldern runde Karstberge in den Himmel, dazwischen fließt der Ngo Dong Fluss auf dem man mit Booten Höhlen in den Felsen erkunden kann, dazu gibt es noch ein paar interessante Tempel, wie die Bich Dong Pagode, die spektakulär in einen der Felsen gehauen ist.
Diese Gegend haben wir auf einem gemieteten Motorroller erkundet, was super war, weil wir so auf kleinen Pfaden mitten durch die Reisfelder knattern und so wieder einmal ein Stück untouristisches Vietnam entdecken konnten. Interessant bei der Bootstour durch die Tam Coc (3 Grotten): die Ruderer sind fast ausschließlich Frauen und sie rudern mit den Füssen!
Da leider schlechtes Wetter kam und die Stadt selbst wirklich nichts zu bieten hatte (nicht einmal gutes Essen… bzw. wir konnten es nicht finden weil uns hier zur Abwechslung wirklich mal NIEMAND verstanden hat!) ging es etwas schneller weiter in die Hauptstadt, nach Hanoi.
Trotzdem: Ninh Binh ist ein landschaftliches Highlight und bietet ein traumhaftes Bilderbuch-Vietnam! Und: Wir konnten hier ein Stückchen vom ursprünglichen Vietnam kennenlernen und z. B. der Bevölkerung bei der Reisernte zuschauen.
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Hanoi und Halong Bucht
Durch enge Altstadtgassen und einen See in der Stadtmitte ist Hanoi zwar attraktiver als das „kleinere“ HCMC, für uns war die große Stadt und die drückende Hitze aber eher wieder ein Stressfaktor. Denn so eng und ursprünglich die Gassen auch sein mögen – die Mopeds knatternd hier trotzdem wie gewohnt Kolonnenweise durch und erschweren einem den Gang durch die Stadt. Dafür haben wir uns ein ziemlich schickes Hotel und leckeres Streetfood gegönnt und nach 2 Tagen Recherche durch sämtliche Tourbüros auch endlich die richtige Tour durch die Halongbucht gefunden. Da die Preise hier nämlich bei 20 Euro anfangen und bei einigen Hundert aufhören, letztes Jahr bereits ein Boot mit vielen Touristen gesunken ist und einige Teile der Bucht inzwischen völlig von Booten übersät sind, muss man sich wirklich gut informieren und lieber ein paar Dong mehr hinlegen.
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Wir haben alles richtig gemacht, denn wir sind auf einem super Boot mit richtig netten anderen Gästen gelandet und haben einen ruhigen Teil der Bucht durchsegelt, Richtung Bai Tu Long Bay. Während der 2 Tage kamen wir uns vor wie auf einem Luxusdampfer, nette Belegschaft für wenige Gäste, das Essen war sensationell! Es gab immer etwa 8 Gänge und zwar vom Feinsten - Fisch, Meeresfrüchte, Krebs, … Natürlich war auch ein Honeymoon-Pärchen an Bord und die obligatorische Torte plus ein Ständchen von der kompletten Belegschaft UND ein herzzerreißend niedliches vietnamesisches Liebeslied vom Kapitän höchstpersönlich haben natürlich nicht gefehlt.
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In der Halong-Bucht ging es also ums Abschalten und Genießen – diese einmalige Landschaft sieht bei strahlend blauem Himmel genauso atemberaubend aus wie bei Nebel oder beim romantischen Sonnenuntergang. Zwischendurch hat man die Möglichkeit Höhlen, schwimmende Dörfer oder Strände zu besichtigen oder Kanu um die Felsen herum zu fahren.
Die Vietnamesen haben natürlich mal wieder eine tolle Geschichte zur Entstehung der Halong-Bucht parat, von einem herabgestiegenen Drachen (Ha Long) der mit seinem mächtigen Schwanz Feinde vernichtete, so Furchen schuf und sie beim Badengehen dann überschwemmte und so diese Traumlandschaft schuf…
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Zurück in Hanoi hieß es die nächste Etappe in Angriff zu nehmen: auf nach Laos!! Da es quasi keine andere Möglichkeit als den Nachtbus von Vietnams Hauptstadt über die Grenze bis in die Hauptstadt von Laos gibt - wenn man ein knappes Budget hat - hieß es auch für uns: „The bus to hell“. Was hat man im Voraus für Geschichten gehört und gelesen über den Bus Hanoi (V)-Vientiane (L)… Alles Quatsch. Vielleicht 2 Stunden später als geplant kam der Bus nach 26 Stunden oder so in Vientiane an – und wir haben einige Stunden schlafen können und viele nette Bekanntschaften gemacht, die wir immer wieder in Laos getroffen haben. Okay, ein Mitreisender Ami hatte vielleicht Pech – er wurde als einziger Tourist von uns etwa 15 anderen getrennt und musste den letzten Platz im rein vietnamesischen Bus einnehmen – nur leider war dieser „Platz“ im Gang auf dem Boden…
Direkt vor unserer Abreise aus Hanoi haben wir übrigens „endlich“ mal richtigen Regen in Vietnam erlebt – schließlich waren wir während der Monsunzeit dort, und nichts als ein paar kurze, meist nächtliche Schauer! Da ging es dann aber richtig los, alles ist vom Himmel gekracht und die Straßen waren innerhalb weniger Minuten komplett überflutet. Alle Autos und Motorroller sind stecken geblieben, unser Bus konnte uns nicht bei unserem Hotel abholen weil in unserer Straße das Wasser bis zu den Knien stand. Okay, also barfuß in kompletter Reisemontur zum Bus laufen…tschüss Vietnam!
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VIETNAM - Ein kleines Fazit
Bis auf das sehr leckere Essen und vielerorts sagenhafte Landschaft waren wir insgesamt leider ein bisschen enttäuscht von Vietnam. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass wir für dieses Land etwas zu spät dran waren: Inzwischen ist Vietnam nicht nur sehr hektisch und laut sondern auch quasi vollständig touristisch erschlossen (zumindest entlang der Küste) und man kommt sich als westlicher Tourist oft vor wie der typische Geldautomat mit Beinen – selten ist das Trinkgeld genug, ständig soll man etwas kaufen und auf ein Mototaxi steigen und nicht mal bei der Sonnencreme waren wir uns sicher ob sie nun echt ist oder nur ein Nivea-Fake ohne LSF ;-)
Die extreme (meist schwüle) Hitze setzt zusätzlich zu und macht diese "Störfaktoren" oft noch weniger leicht ertragbar.

Und wir haben auch einfach die falsche Route gewählt. Wir hätten es vielleicht „wagen“ sollen kleinere Orte ohne große Erwähnungen in den Reiseführern zu besuchen und mit den „Easy Ridern“ - Motorradfahren die dich und dein Gepäck tagelang auf eine Route nach Wahl durch die abgelegensten Gegenden führen - so hätten wir vielleicht ein Abenteuer erleben können – vielleicht wäre es aber auch nach Hinten losgegangen ;-)
Aber wir haben ja auch viele wunderschöne Plätze entdeckt, wie ihr hier gesehen habt!
Und es war spannend und aufregend und ganz anders, keine Frage!! Auf keinen Fall möchten wir dieses Land also auf unserer Reise missen. Die sehr hohe Erwartung und die Realität lagen teilweise einfach nur etwas zu weit auseinander und aus Fehlern lernt man ja bekantlich bzw. der nächste Vietnam-Reisende.

Eingestellt von Sondi 04.09.2012 12:28 Archiviert in Vietnam Tagged vietnam saigon halong hochiminhcity Kommentare (1)

Wir sind zurück!

Und immer noch entspannt...

sunny 20 °C

Wie ihr fast alle inzwischen mitbekommen habt - wir sind wieder gesund in Deutschland angekommen und stehen seit 1,5 Monaten wieder mitten im Hamburger Leben.
"Fertig" ist die Reise trotzdem nicht, denn wir sind noch kräftig mit der Nachbereitung beschäftigt - Fotos und Mitbringsel sortieren, Fotos und Geschichten präsentieren, in Erinnerungen schwelgen und von der nächsten grossen Reise träumen.
Und auch wenn wir unterwegs irgendwann einfach nicht mehr hinterher kamen mit Fotos sortieren und hochladen und Blogeinträge schreiben, möchten wir euch natürlich trotzdem unsere Reise zu Ende erzählen, damit ihr uns wirklich die kompletten 5 Monate begleitet habt und zumindest grob einen Eindruck von den Ländern, unseren Erlebnissen und so einer Reise habt.
Und für Details und Fragen: wir sind jetzt ja wieder hier, ganz nah und noch ganz frei - und haben Zeit für Reisestories.

So jetzt geht es los, 3 grosse Etappen fehlen hier noch - nach Australien ging es auf nach Südostasien. Nach Vietnam folgte Laos, dann Bali und schliesslich hiess es in Bangkok adieu weite Welt.

Weiter geht es also mit Vietnam:

Eingestellt von Sondi 04.09.2012 12:14 Archiviert in Deutschland Tagged hamburg Kommentare (0)

Ein kleiner Ausflug nach Australien

2 Wochen in Sydney

sunny 22 °C

Da wir 2 Wochen zu kurz fanden, um in Australien rumzureisen und ausserdem mal wieder einen Ruhepol brauchten, haben wir uns in Sydney ein kleines Apartment genommen. Naja, es war nur ein Zimmer mit Küchenzeile, sagen wir es so: Sydney ist einfach unglaublich teuer.

Wir hatten die zwei Wochen lang durchgehend herrliches Herbstwetter, jeden Tag strahlend blauer Himmel bei angenehmen 20-24 Grad – perfekt um die Stadt und die vielen Möglichkeiten in der Umgebung zu erkunden.
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Besonders schön fanden wir die Beach-Walks: beim Manly Coastal Scenic Walkway oder Bondi Beach to Coogee Beach läuft man ein paar Stunden durch schönste Landschaft – zum Grossteil direkt am Wasser entlang und das am Rande einer Grossstadt. Abends dann mit der Fähre durch den Sonnenuntergang der beleuchteten Skyline der Stadt entgegen zufahren war wirklich schön.
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In einem Tierpark haben wir ganz viele australische Bewohner kennengelernt und vorallem Kängurus gefüttert und Koalas geknuddelt.
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An den zahlreichen tollen Stränden haben wir die Surfer beobachtet, wir sind über die viele netten (Floh-)Märkte geschlendert, besonders im gemütlichen Viertel Glebe.
Im botanischen Garten hiess es „Bitte umarmen sie die Bäume und laufen sie auf dem Gras“ Gerne! Ausserdem gabs dort riessige Fledermäuse, die von den Bäumen herabhingen...
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Wir haben unser 5-Jähriges gefeiert und unseren 100. Reisetag, wir haben endlich BYO ausgenutzt (gab es in Neuseeland auch): Bring Your Own Alkohol mit ins Restaurant, weil viele keine Lizenz zum Ausschank haben. Welch schöne Sache im teuren Sydney – ab zum nächsten Bottleshop und mit der eigenen Weinflasche ins Restaurant!
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Natürlich haben wir auch den berühmte Pie von Harry on the Wheels probiert (geht so, schmeckt wohl besser nach einer durchzechten Partynacht...) und frischen Fisch auf dem Fischmarkt genossen (bis uns eine Möve angekackt hat).
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Toll war der Ausflug in die Blue Mountains: in den winzigen Öltröpfchen der Eukalyptusbäume überall in der Luft reflektiert sich das Licht, so dass die ganze Wald-Berg-Landschaft mit ihren tiefen Tälern und Schluchten blau schimmert. Hier konnten wir auf einigen Wanderwegen ganz alleine, ohne andere Touristen die Ruhe und die gute Luft geniessen und haben lustige total bunte Vögel entdeckt.
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Am besten gefallen haben uns die Stadtteile: Potts Point & Umgebung, wo wir gewohnt haben - gemütlich und viele nette Restaurants & Co, Glebe mit seinen Buchläden, Cafes und Flohmarkt und Chinatown - leckeres authentisches Essen, eine grosse Markthalle (natürlich auch mit Fake-Ware ohne Ende - echt asiatisch eben), ein kleiner Nachtmarkt, und für Sydney alles recht günstig.
Überhaupt ist Sydney extrem multikulti, was uns sehr gut gefallen hat und für ein abwechslungsreiches Stadtbild sorgt.
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Komisch: wir haben (im Tierpark) Kinder an Leine gesehen und in der Stadt hatten ALLE Mädchen IMMER ein Ballerina-Outfit mit Tütü an...

Eingestellt von Sondi 28.06.2012 03:28 Archiviert in Australien Tagged sydney Kommentare (1)

Noch mehr Kiwis

Neuseeland - die Südinsel.

sunny 20 °C

Nachdem die Nordinsel - zumindest der Teil den wir bereist haben - schön üppig und saftig grün wirkte, kam die Südinsel rauher, herbstlicher, felsiger daher.
Hier hatte der Herbst die Lanschaft schon komplett verwandelt und sie schimmerte in den wärmsten Rot-, Gelb-, Orange-Tönen.
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Vom Flughafen Christchurch ging es direkt wieder mit dem Camper los. Gestertet haben wir mit der Banks Peninsula. Diese Halbinsel entstand durch mehrere Vulkanausbrüche. Wenn man ganz oben an den Bergkämmen an dem ursprünglichen Krater entlang fährt blickt man nach rechts und links über eine sanfte Hügellandschaft mit trockenen Wiesen, aus denen überall Felsen ragen, tief hinunter in blaue, türkisene Buchten - dazwischen die Schafs- und Kuhweiden, die aus Neuseeland einfach nicht wegzudenken sind.
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Den malerischen kleinen französisch angehauchten Hafenort Akaroa haben wir angesteuert, weil wir hier ein besonderes Weihnachtsgeschenk eingelöst haben: wir durften mit den seltenen Hector Delfinen schwimmen gehen! Diese kleineste Delfinart der Welt gibt es nur in Neuseeland. Nachdem wir sie mit Unterwasserklopfen und singen angelockt haben, sind sie päärchenweise um uns herum geschwommen, oftmals zielstrebig direkt auf uns zu – immer mit sehr lustigen lauten Atemgeräuschen.
Aber das Wasser war ziemlich frostig in Akaroa und wir mussten sehr dicke Neoprenanzuege tragen...
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Das Klima auf der Südinsel ist generell kälter und inzwischen war es ja auch schon Ende April, so dass wir hier teilweise schon recht frische Temperaturen hatten, vorallem nachts - während wir auf der Nordinsel eigentlich den ganzen Tag in kurzen Klamotten unterwegs waren.
D.h. frühstücken konnten wir nicht mehr jenden Tag wie auf der Nordinsel draussen in der Sonne, da es früh morgens manchmal einfach noch zu frisch+feucht war.

Über den Arthurs-Pass sind wir dann auf die andere Seite der Südinsel, an die Westcoast gefahren. Eine tolle Passstrecke: Gigantische Berge, Nationalparks, klare Bergseen, Wintersportgebiete, Höhlen, Herr der Ringe-Landschaften (und Drehorte), Wasserfälle, Pass mit 16%-Neigung ...
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Leider wurden wir hier zum ersten mal in Neuseeland mit undankbarem Wetter empfangen, es war 2 Tage lang grau, verregnet, stürmisch – passte aber perfekt zur Landschaft, die auf der anderen Seite der Berge lag: die Strecke an der Westeküste entlang in den Norden der Insel, zählt zu den schönsten Auto-Strecken der Welt - weil sie die ganze Zeit quasi direkt am Wasser entlang führt, an steinigen Stränden, felsigen Buchten in denen das graue stürmische Meer aus allen Richtungen an die Felsen kracht, rechts erheben sich die Berge des Paparoa Nationalparks mit üppigem Regenwald, zwischen den Farnpalmen rauschen Wasserfälle herunter... Und wir mit unserem grasgrünen Wagen vorbei.
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Hier hatten wir eine sehr stürmische, aber total gemütliche Nacht, ein paar Meter neben dem Meer an einer felsigen Küste – unser Wagen hat ganz schön geschaukelt :-)
Das Wetter hat aber april-mässig auch mal zu strahlendem Sonnenschein gewechselt, zum Glück gerade als wir bei Punakaiki die Pancakerocks angeschaut haben. Tolle Felsformationen, die wie geschichtete Pfannkuchen aussehen und vom stürmischen Meer immer weiter ausgehöhlt werden, so dass von unten sogenannte Blowholes entstehen, durch die das Wasser dann bei hohem Wellengang von unten nach oben rauscht und in die Höhe spritzt. Ein schönes Naturspektakel, dessen Entstehung bis heute nicht ganz geklärt ist.
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Bei Westport gab es dann eine schöne kleine Wanderung am Cape Foulwind, an den Klippen entlang zu einer Seehundkolonie.
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Um ganz in den Norden der Südinsel zu kommen, muss man leider die landschaftlich einmalige Westküste verlassen und durch die Mitte durch – hier haben wir gemerkt wie kalt es nachts schon wird: an einem Fluss im Wald sind wir morgens mit Frost an den Scheiben aufgewacht...brrr.

Das war wohl der Grund für eine häftige Erkältung mit Fieber bei Sonja. Das hiess in der Region rund um den Abel Tasman Nationalpark dann ein paar Tage ausspannen: Fish+Chips essen, DVD-schauen (ja, im Bus gab es einen Fernseher und in Takaka eine Videothek!), Wäschewaschen, Sonnen, Lesen, Fotos sortieren, Strandspaziergang, per Auto zum Farewell-Spit (nördlichster Punkt der Südinsel).
Am menschenleeren Wharariki Strand haben in einem kleinen Pool zwischen den Felsen ein Haufen winziger Seehundbabies schwimmen, tauchen, drehen, springen geübt – wahnsinnig süss das so nah beobachten zu können.
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Eine grosse Wanderung oder Kajaktrip im Abel Tasman Nationalpark fiel also leider aufgrund der Erkaeltung flach, aber zumindest ein kleiner Spaziergang an ein paar verlassenen Buchten entlang hat uns einen Einblick in die wunderschöne Landschaft dort gegeben: türkisblaues Wasser, goldene verlassene Sandstrände, tolle Buchten zum Kajakfahren, tiefe Wälder die sich über die Berge ziehen.
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Wieder fit ging es zu den Marlbourough Sounds, wieder einmal ein Natur-Highlight. Unzählige lange Arme an Halbinseln und winzige Inseln, die wie gesplittert ins Meer gestreut sind. Tatsächlich handelt es sich um überflutete Täler und herausragende Bergspitzen, alles wieder einmal üppig grün bewaldet und an jeder dritten Kurve die man auf den wenigen (fast nur Schotter-) Strassen fährt, ein kleiner Strand. Wunderbar um ganz alleine in einer stillen Bucht zu Campen, zum Beispiel in der Picnic-Bay. Hier haben wir wieder verrückte Vögel-Sounds um uns herum gehabt... unser Lieblingsvogel klang wie ein schiefes Orchester, dass 5 verschiedene, quietschende Instrumente gestimmt hat und am Ende Akkordeon gespielt und gehupt hat. Wirklich!!

Am nächsten Tag bei strahlend blauem Himmel den schönsten Sound entlang zu fahren, den Queen Charlotte Sound, hiess einfach nur Staunen. Wiedereinmal ging es die ganze Zeit am Wasser entlang, allerdings oben auf den Bergen, so dass man wahnsinns-Ausblicke hatte, an einem kleinen Strand haben wir eine Seehundgruppe beim Chillen (sich einfach gemeinsam in einer Reihe im Wasser treiben lassen, alle Flossen in die Höhe und sonst gar nichts tun) entdeckt. Die Hafenstadt Picton (hier kommen die Fähren der Nordinsel an) haben wir nur zu einem Fish+Chips-Stopp angesteuert, denn uns hat es an die Ostküste getrieben – in die bekannteste, grösste, wichtigeste, leckerste Weinregion Neuseelands - Marlbourough.
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Der Weinort Blenheim liegt inmitten von Weingütern, Weinfeldern und ist umrandet von Bergen. Mit den herbstlichen Farben war die Gegend natürlich besonders schön und weil alle Weingüter mit ihren Feldern quasi kompakt in einem grossen Viereck angeordnet sind, durchzogen von kleinen Strässchen, kann man hier wunderbare Weintouren machen. Leider war es ziemlich windig, so dass wir statt einer Radtour eine Campertour gemacht haben – was natürlich hiess nur einer darf Wein testen, dafür umso mehr.... Wir haben gezielt die Weingüter angesteuert, die wir kannten (es lagen ja bereits fast 4 Wochen Neuseeland, d.h. einige Flaschen Wein hinter uns) oder die besonders lecker sein sollten. Trotzdem waren es eine Menge und Sonja konnte sich meist 3 Weine zum Probieren aussuchen. Nachdem es dann auf einem französischen Weingut zur Käseplatte ein ganzes Wein-Degustationsmenü mit 6 Weinen gab, haben wir besser den nächsten Campingplatz angesteuert - wieder einmal beschwerliche Anfahrt aber herrlich abgeschieden direkt am Meer. Hier konnte Andi dann aufholen und den eingekauften Wein testen =)
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Über Kaikoura ging es zurück nach Christchurch. Hier hiess es ab nach Sydney und somit Abschied nehmen von unserem grünen Camper (nicht eine einzige Panne, nur einmal ein Steinchen zwischen den Bremsscheieben, aber da hat uns direkt ein freundlicher Kiwi geholfen!) und diesem bezaubernden Land, das wir jedem von euch für die nächste grosse Urlaubsplanung ans Herz legen können. Jetzt gerade sind wir in Laos, davor waren wir in Vietnam, davor in Australien – alles 3 spannende Länder, aber immer noch denken wir an Neuseeland und überlegen, wann wir das nächste Mal dorthin können...
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Eingestellt von Sondi 27.06.2012 06:04 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

Neuseeland

Nordinsel

sunny 22 °C

Nach fast 2 Wochen in Santiago ging es nach Neuseeland. Schon alleine der Flug war ein Abenteuer für sich: Abends los und 2 Tage später früh morgens ankommen. So hatten wir zumindest ausgiebig Zeit das Entertainment Programm von Lan Airlines zu nutzen um die neuesten Kinofilme zu sehen. Aber dass einem einfach so ein Tag geklaut wird, hat den Körper ganz schön verwirrt.

Auckland.
Unsere erste Station war Auckland und wir haben uns vom ersten Moment an wohlgefühlt: Ein sehr nettes Hostel und eine überschaubare eher gemütliche Stadt mit vielen Cafes, schön am Meer gelegen mit einem Hafen und vielen grünen Parks. Vor allem die Luft war herrlich nach dem Smog in Santiago. Nur ziemlich windig war es, aber das kennen wir ja von Hamburg...
Nachdem uns ja Santiago schon mit seiner Freundlichkeit überrascht hatte, hat Neuseeland nochmal einen drauf gesetzt: wir haben noch nie ein Land kennengelernt, indem die Leute durchweg so unglaublich nett sind. Egal wo man hingeht wird man immer als erstes gefragt, wie es einem geht und im Bus bedankt man sich beim Fahrer wenn man aussteigt („Thank you driver!“). Wirklich unglaublich. Wie schön wäre es, das zu Hause in Deutschland zu erleben.
Nachdem wir die Stadt ausgiebig erkundet hatten, stand die Auswahl eines Campers an. Nach etwas Internetrecherche und einigen Flyern haben wir uns für die grasgrüne Variante entschieden: Einen Jucy Condo (Toyota Hiatchi mit Aufbau), der uns die nächsten 2 Wochen ein treuer Begleiter sein sollte.

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KEEP LEFT.
Auf gings mit unserem Camper nach Northland (alles nördlich vom Auckland). Ein bisschen mulmig war uns ja schon: Zum ersten Mal links fahren und dann noch mit einem Camper der 3 Meter hoch ist und irgendwie etwas wacklig daherkommt (naja wir haben mal zur Sicherheit die Stress-free Version genommen mit vollem Versicherungsschutz, sogar wenn man das Dach abfährt...). Die ersten Meter waren dann tatsächlich sehr komisch - man hat immer das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt doch nach einer Weile hat sich das eingependelt. Allerdings mussten wir uns selbst oft daran erinnern: KEEP LEFT. Ansonsten war der Camper mit seinem Automatikgetriebe sehr gut und angenehm zu fahren.

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Northland.
Northland (far north) ist herrlich saftig-grün, sehr hügelig und hat unzählige traumhafte Strände. Mit unserem Camper waren wir zumeist auf staatlichen Campingplätzen, die sehr einfach eingerichtet waren (WC und kalte Dusche), aber immer die beste Lage hatten (Einschlafen mit Meeresrauschen, Aufwachen mit velassenem Strand+Meer direkt vor der Tür) und sehr günstig waren. Nur alle paar Tage haben wir mal einen richtigen Campingplatz angefahren (wenn wir Strom brauchten oder Waschen mussten oder einfach mal heiß duschen wollten ;-) Die Temperaturen waren tagsüber noch sehr angenehm warm, so dass wir sogar ein paar Mal schwimmen waren, aber nachts konnte es schon ab und zu kalt werden, vor allem wenn es sternenklar war. Der Sternenhimmel in Northland würde übrigens jeden von euch verzaubern: noch nie haben wir eine so wunderschöne Decke über uns gehabt. Er sieht hier natürlich auch total anders aus und es gibt ganz andere Sternbilder, aber diese breite helle Milchstrasse direkt über uns...

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Campen in Neuseeland.
Da der Herbst hier bereits im vollen Gange war, waren wir meisten ganz alleine unterwegs und auf den Camps waren maximal eine handvoll andere Leute. Das war einfach perfekt, da wir uns mit unserem Camper immer so hinstellen konnten, dass wir den perfekten Ausblick hatten (meistens hatten wir Glück und konnten sogar vom Bett aus aufs Meer hinaus sehen).
Unser Tagesablauf war eiegentlich immer recht gleich. Morgens ausgiebig frühstücken und die Aussicht geniesen, losfahren, unterwegs ein bisschen Nature-Sightseeing, am Straßenrand Obst und Gemüse einkaufen, einen Campingplatz für die Nacht suchen, ankommen, ein Feierabendbierchen trinken, schön kochen auf unserem 2-flammigen Gasherd und den Abend gemütlich ausklingen lassen, bei leckerem neuseeländischen Wein. Und wenns uns besonders gefallen hat sind wir auch mal 2 Tage an gleichen Ort geblieben. Ansonsten waren wir jeden Tag unterwegs, da man mit dem Camper und den Zwischenstopps auch nicht wirklich weiter als 200-300km am Tag kommt.

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Highlights.
Das Highlight waren eigentlich immer unsere Übernachtungsplätze und die Landschaft an sich. Wir waren zum Beispiel auf dem nördlichsten Campingplatz von Neuseeland, fernab der Zivilisation, an einem Sandstrand in einer traumhaften Bucht. Am Cape Reinga steht nur ein Leuchtturm. Hier treffen der pazifische Ozean und die Tasmansee aufeinander. Ein tolles Schauspiel wie die Wellen aufeinander treffen. Das haben auch die Chinesen (oder waren es Japaner?) entdeckt: an diesem verlassenen Ort haben gleich 2 asiatische Hochzeitsshootings stattgefunden. Ist ja auch ein magischer Ort wie da die Ozeane aufeinander treffen (und hat wohl irgendetwas mit Jing und Jang zu tun... ). Für die Maori ist es ein heiliger Ort, an dem die Seelen der Toten ihren Rückweg antreten. Ansonsten nur Natur.. Am nächsten Tag waren wir am Ninety Mile Beach (der ca. 90 km lang ist, also nur 55 Meilen!) Hier waren wir Sandboarden auf den Te Paki Dünen und haben uns von einer 40m hohen Düne heruntergestürtzt. Hat ziemlich fun gemacht, aber die Dinger sind schneller geworden als man gedacht hat und im nu war man unten und voller Sand ;-).
Toll fanden wir auch, dass an der Straße immer verschidenstes Obst und Gemüse aus den Privatgärten per Vertrauenssystem (Mini-Stand mit Geldbüchse) verkauft wurde. Vor allem Avocados und natürlich Kiwis haben wir zu Hauf gegesen. Feijoas, eine etwas säuerliche kleine grüne Frucht gab es auch überall, hat aber nicht ganz so gut geschmeckt.
Und natürlich die tollen Farben die am Himmel entstanden sind, wenn die Sonne morgens in der grünen Landschaft oder über einem der bezaubernden Strände aufgegangen oder abends untergegangen ist.
Tja, und die Landschaft... schwer zu beschreiben. Aber selbst als Beifahrer war man abends ziemlich platt, weil man den ganzen Tag über nur Geschaut und Gestaunt hat über die traumhafte Landschaft die an uns vorbei gezogen ist. Sie war voller kleiner und grosser sanfter grüner Hügel, die aussahen als wären sie alle mit einem ganz weichen dicken Grass-Teppich überzogen, meist ein Flickenteppich aus den verschiedensten Grüntönen, dazwischen die nicht wegzudenkenden weissen Kleckse – zufrieden grasende Schafe mit bereits dickem warmen Fell. Manchmal schlängelten sich die engen kurvigen Strassen aber auch durch dunkle verwachsene Farnwälder, rechts und links nichts als die schönen Farnpalmen.

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Walks und Nationalparks.
Neuseeland ist das Land der Nationalparks. Man kommt praktisch von einem in den anderen und immer gibt es zahlreiche Möglichkeiten irgendwelche Walks zu machen oder Treks zu gehen (auf deutsch könnte man auch sagen zu wandern, hört sich dann aber nicht mehr so spannend an wie es eigentlich ist).

Maori.
Im Norden ist auch die Maori Kultur am ausgeprägtesten und man trifft immer wieder Maori und hat oft die Möglichkeit alte Meetinghäuser, Kriegskanus uä. Zeugnise der Maori-Geschichte zu besichtigen. Maoris sind die Ureinwohner Neuseelands, so wie in Australien die Aborigines. Auf einem unserer Campingplätze waren zwei Maorizeltlager, eins für Jungs und eins für Mädchen - da war ziemlich was los und wir haben viel von ihren mitbekommen, wie sie in ihrer Sprache gespielt und gesungen haben. Den Maoris ist es auch zu verdanken, dass es überall noch Kumara gibt (eine Süßkartoffel, die sehr lecker schmeckt). Passt sehr gut zu Lamm, das es hier überall gibt. Und dazu einen leckeren Weißwein von der Südinsel...

Coromadel Peninsula.
Nachdem wir im Norden von Auckland waren, ging es noch in den Westen auf die Coromandel Halbinsel. Hier haben wir wieder an einigen Stränden übernachtet, einer war wie so oft nur über eine Schotterpsite zu erreichen – diesmal aber erst nach einer Stunde bergauf und bergab. Aber wieder mal hatte sich die Fahrt ans Ende der Welt gelohnt und wir hatten ein Plätzchen direkt am Meer. Weiter gings zum Hotwater Beach. Dort haben wir uns eine Schaufel geschnappt und ab an den Strand. Eine Stunde vor und nach Ebbe kann man hier buddeln und stösst auf warmes Wasser, das bis zu 60 Grad heiß ist. War sehr witzig mit einer ganzen Schar von anderen Touristen wie Kinder nach einem Schatz zu buddeln und wir haben uns ein paar Mal echt die Füße verbrannt.
Danach gings zurück mit dem Camper nach Auckland und dann per Flugzeug auf die Südinsel, wo wir wieder einen Camper gemietet haben.

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Eingestellt von Sondi 20.05.2012 07:23 Archiviert in Neuseeland Kommentare (2)

Santiago de Chile

Ein bisschen Luxus.

sunny 25 °C

Nach ein paar wunderschönen, heissen Wochen in Brasilien sind wir Anfang April in unser letztes Südamerikaland geflogen – nach Chile. Da wir die kurzen 10 Tage nicht mit tagelangen Busreisen (in die Atacama-Wüste wären es wirklich 24 Std. ONEway gewesen) verbringen wollten, haben wir beschlossen es uns in Santiago de Chile gemütlich zu machen, und Chile „nur“ von dort aus zu erkunden.
Perfekte Entscheidung, es waren 10 super entspannte Tage, was nach Rio nicht schlecht war ;-)

Schon auf den ersten Metern in Santiago waren wir glücklich, wieder auf spanisch-sprachigem Boden unterwegs zu sein! Nachdem wir meisten nur die Hälfte verstanden haben, war es so toll sich endlich wieder unterhalten zu können und alles zu verstehen! Noch dazu haben uns die Chilener von Anfang an mit ihrer Freundlichkeit begeistert, als wir dann auch noch festgestellt haben, dass Chile nicht wie „angekündigt“ teurer als Brasilien ist, im Gegenteil, waren wir restlos glücklich :)

Wir haben uns ein kleines, feines Apartment gegönnt - das hiess sich endlich mal wieder in seinen „eigenen“ 4 Wänden austoben und ausbreiten, jeden Morgen vor dem Frühstück ein paar Bahnen im Blick-über-die-Stadt-Swimmingpool im 18. Stock ziehen, Leckerstes aus frischen Zutaten von Gemüse-, Fisch- oder Obstmarkt kochen, ausgedehnte faule Crepes-Frühstücke und die super Aussicht von der grossen Dachterasse geniessen, bei Tag und Nacht: Santiago ist rundherum von riesigen Bergketten umschlossen, die Anden hatten an einer Stelle sogar schon Schnee und da wir mitten im Zentrum gewohnt haben lag die ganze Stadt unter uns.

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Auch von den verschiedenen grünen Bergen in der Stadt hat man weite Blicke auf die sonst ganz flache Stadt und die Anden drumherum – wenn sie nicht gerade im Smog liegt, der aufgrund der Berge ringsum und des fehldenden Winds im Sommer nicht abziehen kann. Bis auf den fehlenden Ausblick haben wir das aber nicht gross gemerkt.

Wir hatten nicht nur einen tollen Park direkt um die Ecke, sondern auch eine richtig schöne Cafe-, Kneipen-, und Restaurant-Szene bei uns im Viertel, so dass wir nicht nur sehr viel gutes Fleisch essen waren, sondern auch schnell ein Stammcafe hatten ;) Neben dem leckeren Essen darf der chilenische Wein natürlich nicht unerwähnt bleiben... Direkt aus den Tälern um Santiago kommen einige gute Tröpfchen her, darunter auch Rebsorten, die in Europa gar nicht (mehr) angebaut werden.
Wir sind durch die Fussgängerzonen gebummelt, über Kunstmärkte geschlendert, haben im Park oder auf der Dachterasse die letzten warmen Sonnenstrahlen genossen, Andi hat sich zum Friseur getraut, d.h. auch Bart ab (vorher- nachher in der Fotogalerie – aber inzwischen ist längst wieder alles beim „alten“ :) ).
So haben wir in unserem kleinen Apartment ein kleines bisschen Alltag im Reisen gelebt.

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Auch wenn Ausflüge in die Umgebung zwecks Krankheit über Ostern ausgefallen sind, haben wir in Santiago ausreichend Programm und Abwechslung gehabt; wir haben es als eine Stadt erlebt, in der man viel unternehmen kann aber auch einfach leben kann, nicht so aufgeregt und manchmal auch aufgesetzt, wie manch andere Hauptstädte.
Für uns war Santiago somit die ideale Stadt zum „Pausieren“ ... Pause vom Reisen, ganz schöner Luxus... :-)

Eingestellt von Sondi 20.05.2012 06:51 Archiviert in Chile Tagged santiago Kommentare (0)

WEITER GEHT´S!

sunny 20 °C

Ja, wir sind noch am Reisen und es geht uns gut!
Inzwischen befinden wir uns in der Etappe Australien und sind seit gut einer Woche in Sydney.
Wir sind also mal wieder etwas sesshafter und können von den letzten Wochen berichten:

Eingestellt von Sondi 06:47 Archiviert in Australien Kommentare (0)

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