Reise blog von Travellerspoint

Neuseeland

Nordinsel

sunny 22 °C

Nach fast 2 Wochen in Santiago ging es nach Neuseeland. Schon alleine der Flug war ein Abenteuer für sich: Abends los und 2 Tage später früh morgens ankommen. So hatten wir zumindest ausgiebig Zeit das Entertainment Programm von Lan Airlines zu nutzen um die neuesten Kinofilme zu sehen. Aber dass einem einfach so ein Tag geklaut wird, hat den Körper ganz schön verwirrt.

Auckland.
Unsere erste Station war Auckland und wir haben uns vom ersten Moment an wohlgefühlt: Ein sehr nettes Hostel und eine überschaubare eher gemütliche Stadt mit vielen Cafes, schön am Meer gelegen mit einem Hafen und vielen grünen Parks. Vor allem die Luft war herrlich nach dem Smog in Santiago. Nur ziemlich windig war es, aber das kennen wir ja von Hamburg...
Nachdem uns ja Santiago schon mit seiner Freundlichkeit überrascht hatte, hat Neuseeland nochmal einen drauf gesetzt: wir haben noch nie ein Land kennengelernt, indem die Leute durchweg so unglaublich nett sind. Egal wo man hingeht wird man immer als erstes gefragt, wie es einem geht und im Bus bedankt man sich beim Fahrer wenn man aussteigt („Thank you driver!“). Wirklich unglaublich. Wie schön wäre es, das zu Hause in Deutschland zu erleben.
Nachdem wir die Stadt ausgiebig erkundet hatten, stand die Auswahl eines Campers an. Nach etwas Internetrecherche und einigen Flyern haben wir uns für die grasgrüne Variante entschieden: Einen Jucy Condo (Toyota Hiatchi mit Aufbau), der uns die nächsten 2 Wochen ein treuer Begleiter sein sollte.

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KEEP LEFT.
Auf gings mit unserem Camper nach Northland (alles nördlich vom Auckland). Ein bisschen mulmig war uns ja schon: Zum ersten Mal links fahren und dann noch mit einem Camper der 3 Meter hoch ist und irgendwie etwas wacklig daherkommt (naja wir haben mal zur Sicherheit die Stress-free Version genommen mit vollem Versicherungsschutz, sogar wenn man das Dach abfährt...). Die ersten Meter waren dann tatsächlich sehr komisch - man hat immer das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt doch nach einer Weile hat sich das eingependelt. Allerdings mussten wir uns selbst oft daran erinnern: KEEP LEFT. Ansonsten war der Camper mit seinem Automatikgetriebe sehr gut und angenehm zu fahren.

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Northland.
Northland (far north) ist herrlich saftig-grün, sehr hügelig und hat unzählige traumhafte Strände. Mit unserem Camper waren wir zumeist auf staatlichen Campingplätzen, die sehr einfach eingerichtet waren (WC und kalte Dusche), aber immer die beste Lage hatten (Einschlafen mit Meeresrauschen, Aufwachen mit velassenem Strand+Meer direkt vor der Tür) und sehr günstig waren. Nur alle paar Tage haben wir mal einen richtigen Campingplatz angefahren (wenn wir Strom brauchten oder Waschen mussten oder einfach mal heiß duschen wollten ;-) Die Temperaturen waren tagsüber noch sehr angenehm warm, so dass wir sogar ein paar Mal schwimmen waren, aber nachts konnte es schon ab und zu kalt werden, vor allem wenn es sternenklar war. Der Sternenhimmel in Northland würde übrigens jeden von euch verzaubern: noch nie haben wir eine so wunderschöne Decke über uns gehabt. Er sieht hier natürlich auch total anders aus und es gibt ganz andere Sternbilder, aber diese breite helle Milchstrasse direkt über uns...

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Campen in Neuseeland.
Da der Herbst hier bereits im vollen Gange war, waren wir meisten ganz alleine unterwegs und auf den Camps waren maximal eine handvoll andere Leute. Das war einfach perfekt, da wir uns mit unserem Camper immer so hinstellen konnten, dass wir den perfekten Ausblick hatten (meistens hatten wir Glück und konnten sogar vom Bett aus aufs Meer hinaus sehen).
Unser Tagesablauf war eiegentlich immer recht gleich. Morgens ausgiebig frühstücken und die Aussicht geniesen, losfahren, unterwegs ein bisschen Nature-Sightseeing, am Straßenrand Obst und Gemüse einkaufen, einen Campingplatz für die Nacht suchen, ankommen, ein Feierabendbierchen trinken, schön kochen auf unserem 2-flammigen Gasherd und den Abend gemütlich ausklingen lassen, bei leckerem neuseeländischen Wein. Und wenns uns besonders gefallen hat sind wir auch mal 2 Tage an gleichen Ort geblieben. Ansonsten waren wir jeden Tag unterwegs, da man mit dem Camper und den Zwischenstopps auch nicht wirklich weiter als 200-300km am Tag kommt.

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Highlights.
Das Highlight waren eigentlich immer unsere Übernachtungsplätze und die Landschaft an sich. Wir waren zum Beispiel auf dem nördlichsten Campingplatz von Neuseeland, fernab der Zivilisation, an einem Sandstrand in einer traumhaften Bucht. Am Cape Reinga steht nur ein Leuchtturm. Hier treffen der pazifische Ozean und die Tasmansee aufeinander. Ein tolles Schauspiel wie die Wellen aufeinander treffen. Das haben auch die Chinesen (oder waren es Japaner?) entdeckt: an diesem verlassenen Ort haben gleich 2 asiatische Hochzeitsshootings stattgefunden. Ist ja auch ein magischer Ort wie da die Ozeane aufeinander treffen (und hat wohl irgendetwas mit Jing und Jang zu tun... ). Für die Maori ist es ein heiliger Ort, an dem die Seelen der Toten ihren Rückweg antreten. Ansonsten nur Natur.. Am nächsten Tag waren wir am Ninety Mile Beach (der ca. 90 km lang ist, also nur 55 Meilen!) Hier waren wir Sandboarden auf den Te Paki Dünen und haben uns von einer 40m hohen Düne heruntergestürtzt. Hat ziemlich fun gemacht, aber die Dinger sind schneller geworden als man gedacht hat und im nu war man unten und voller Sand ;-).
Toll fanden wir auch, dass an der Straße immer verschidenstes Obst und Gemüse aus den Privatgärten per Vertrauenssystem (Mini-Stand mit Geldbüchse) verkauft wurde. Vor allem Avocados und natürlich Kiwis haben wir zu Hauf gegesen. Feijoas, eine etwas säuerliche kleine grüne Frucht gab es auch überall, hat aber nicht ganz so gut geschmeckt.
Und natürlich die tollen Farben die am Himmel entstanden sind, wenn die Sonne morgens in der grünen Landschaft oder über einem der bezaubernden Strände aufgegangen oder abends untergegangen ist.
Tja, und die Landschaft... schwer zu beschreiben. Aber selbst als Beifahrer war man abends ziemlich platt, weil man den ganzen Tag über nur Geschaut und Gestaunt hat über die traumhafte Landschaft die an uns vorbei gezogen ist. Sie war voller kleiner und grosser sanfter grüner Hügel, die aussahen als wären sie alle mit einem ganz weichen dicken Grass-Teppich überzogen, meist ein Flickenteppich aus den verschiedensten Grüntönen, dazwischen die nicht wegzudenkenden weissen Kleckse – zufrieden grasende Schafe mit bereits dickem warmen Fell. Manchmal schlängelten sich die engen kurvigen Strassen aber auch durch dunkle verwachsene Farnwälder, rechts und links nichts als die schönen Farnpalmen.

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Walks und Nationalparks.
Neuseeland ist das Land der Nationalparks. Man kommt praktisch von einem in den anderen und immer gibt es zahlreiche Möglichkeiten irgendwelche Walks zu machen oder Treks zu gehen (auf deutsch könnte man auch sagen zu wandern, hört sich dann aber nicht mehr so spannend an wie es eigentlich ist).

Maori.
Im Norden ist auch die Maori Kultur am ausgeprägtesten und man trifft immer wieder Maori und hat oft die Möglichkeit alte Meetinghäuser, Kriegskanus uä. Zeugnise der Maori-Geschichte zu besichtigen. Maoris sind die Ureinwohner Neuseelands, so wie in Australien die Aborigines. Auf einem unserer Campingplätze waren zwei Maorizeltlager, eins für Jungs und eins für Mädchen - da war ziemlich was los und wir haben viel von ihren mitbekommen, wie sie in ihrer Sprache gespielt und gesungen haben. Den Maoris ist es auch zu verdanken, dass es überall noch Kumara gibt (eine Süßkartoffel, die sehr lecker schmeckt). Passt sehr gut zu Lamm, das es hier überall gibt. Und dazu einen leckeren Weißwein von der Südinsel...

Coromadel Peninsula.
Nachdem wir im Norden von Auckland waren, ging es noch in den Westen auf die Coromandel Halbinsel. Hier haben wir wieder an einigen Stränden übernachtet, einer war wie so oft nur über eine Schotterpsite zu erreichen – diesmal aber erst nach einer Stunde bergauf und bergab. Aber wieder mal hatte sich die Fahrt ans Ende der Welt gelohnt und wir hatten ein Plätzchen direkt am Meer. Weiter gings zum Hotwater Beach. Dort haben wir uns eine Schaufel geschnappt und ab an den Strand. Eine Stunde vor und nach Ebbe kann man hier buddeln und stösst auf warmes Wasser, das bis zu 60 Grad heiß ist. War sehr witzig mit einer ganzen Schar von anderen Touristen wie Kinder nach einem Schatz zu buddeln und wir haben uns ein paar Mal echt die Füße verbrannt.
Danach gings zurück mit dem Camper nach Auckland und dann per Flugzeug auf die Südinsel, wo wir wieder einen Camper gemietet haben.

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Eingestellt von Sondi 07:23 Archiviert in Neuseeland

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Kommentare

Toll, da bekommt man richtig Fernweh! Wunderschöne Fotos, die ihr da macht! Schöne Grüsse an euch beide

von Don Simon

He, kann mich 'm Siegbert nur anschließen...

von Draschko

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