Reise blog von Travellerspoint

Noch mehr Kiwis

Neuseeland - die Südinsel.

sunny 20 °C

Nachdem die Nordinsel - zumindest der Teil den wir bereist haben - schön üppig und saftig grün wirkte, kam die Südinsel rauher, herbstlicher, felsiger daher.
Hier hatte der Herbst die Lanschaft schon komplett verwandelt und sie schimmerte in den wärmsten Rot-, Gelb-, Orange-Tönen.
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Vom Flughafen Christchurch ging es direkt wieder mit dem Camper los. Gestertet haben wir mit der Banks Peninsula. Diese Halbinsel entstand durch mehrere Vulkanausbrüche. Wenn man ganz oben an den Bergkämmen an dem ursprünglichen Krater entlang fährt blickt man nach rechts und links über eine sanfte Hügellandschaft mit trockenen Wiesen, aus denen überall Felsen ragen, tief hinunter in blaue, türkisene Buchten - dazwischen die Schafs- und Kuhweiden, die aus Neuseeland einfach nicht wegzudenken sind.
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Den malerischen kleinen französisch angehauchten Hafenort Akaroa haben wir angesteuert, weil wir hier ein besonderes Weihnachtsgeschenk eingelöst haben: wir durften mit den seltenen Hector Delfinen schwimmen gehen! Diese kleineste Delfinart der Welt gibt es nur in Neuseeland. Nachdem wir sie mit Unterwasserklopfen und singen angelockt haben, sind sie päärchenweise um uns herum geschwommen, oftmals zielstrebig direkt auf uns zu – immer mit sehr lustigen lauten Atemgeräuschen.
Aber das Wasser war ziemlich frostig in Akaroa und wir mussten sehr dicke Neoprenanzuege tragen...
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Das Klima auf der Südinsel ist generell kälter und inzwischen war es ja auch schon Ende April, so dass wir hier teilweise schon recht frische Temperaturen hatten, vorallem nachts - während wir auf der Nordinsel eigentlich den ganzen Tag in kurzen Klamotten unterwegs waren.
D.h. frühstücken konnten wir nicht mehr jenden Tag wie auf der Nordinsel draussen in der Sonne, da es früh morgens manchmal einfach noch zu frisch+feucht war.

Über den Arthurs-Pass sind wir dann auf die andere Seite der Südinsel, an die Westcoast gefahren. Eine tolle Passstrecke: Gigantische Berge, Nationalparks, klare Bergseen, Wintersportgebiete, Höhlen, Herr der Ringe-Landschaften (und Drehorte), Wasserfälle, Pass mit 16%-Neigung ...
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Leider wurden wir hier zum ersten mal in Neuseeland mit undankbarem Wetter empfangen, es war 2 Tage lang grau, verregnet, stürmisch – passte aber perfekt zur Landschaft, die auf der anderen Seite der Berge lag: die Strecke an der Westeküste entlang in den Norden der Insel, zählt zu den schönsten Auto-Strecken der Welt - weil sie die ganze Zeit quasi direkt am Wasser entlang führt, an steinigen Stränden, felsigen Buchten in denen das graue stürmische Meer aus allen Richtungen an die Felsen kracht, rechts erheben sich die Berge des Paparoa Nationalparks mit üppigem Regenwald, zwischen den Farnpalmen rauschen Wasserfälle herunter... Und wir mit unserem grasgrünen Wagen vorbei.
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Hier hatten wir eine sehr stürmische, aber total gemütliche Nacht, ein paar Meter neben dem Meer an einer felsigen Küste – unser Wagen hat ganz schön geschaukelt :-)
Das Wetter hat aber april-mässig auch mal zu strahlendem Sonnenschein gewechselt, zum Glück gerade als wir bei Punakaiki die Pancakerocks angeschaut haben. Tolle Felsformationen, die wie geschichtete Pfannkuchen aussehen und vom stürmischen Meer immer weiter ausgehöhlt werden, so dass von unten sogenannte Blowholes entstehen, durch die das Wasser dann bei hohem Wellengang von unten nach oben rauscht und in die Höhe spritzt. Ein schönes Naturspektakel, dessen Entstehung bis heute nicht ganz geklärt ist.
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Bei Westport gab es dann eine schöne kleine Wanderung am Cape Foulwind, an den Klippen entlang zu einer Seehundkolonie.
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Um ganz in den Norden der Südinsel zu kommen, muss man leider die landschaftlich einmalige Westküste verlassen und durch die Mitte durch – hier haben wir gemerkt wie kalt es nachts schon wird: an einem Fluss im Wald sind wir morgens mit Frost an den Scheiben aufgewacht...brrr.

Das war wohl der Grund für eine häftige Erkältung mit Fieber bei Sonja. Das hiess in der Region rund um den Abel Tasman Nationalpark dann ein paar Tage ausspannen: Fish+Chips essen, DVD-schauen (ja, im Bus gab es einen Fernseher und in Takaka eine Videothek!), Wäschewaschen, Sonnen, Lesen, Fotos sortieren, Strandspaziergang, per Auto zum Farewell-Spit (nördlichster Punkt der Südinsel).
Am menschenleeren Wharariki Strand haben in einem kleinen Pool zwischen den Felsen ein Haufen winziger Seehundbabies schwimmen, tauchen, drehen, springen geübt – wahnsinnig süss das so nah beobachten zu können.
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Eine grosse Wanderung oder Kajaktrip im Abel Tasman Nationalpark fiel also leider aufgrund der Erkaeltung flach, aber zumindest ein kleiner Spaziergang an ein paar verlassenen Buchten entlang hat uns einen Einblick in die wunderschöne Landschaft dort gegeben: türkisblaues Wasser, goldene verlassene Sandstrände, tolle Buchten zum Kajakfahren, tiefe Wälder die sich über die Berge ziehen.
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Wieder fit ging es zu den Marlbourough Sounds, wieder einmal ein Natur-Highlight. Unzählige lange Arme an Halbinseln und winzige Inseln, die wie gesplittert ins Meer gestreut sind. Tatsächlich handelt es sich um überflutete Täler und herausragende Bergspitzen, alles wieder einmal üppig grün bewaldet und an jeder dritten Kurve die man auf den wenigen (fast nur Schotter-) Strassen fährt, ein kleiner Strand. Wunderbar um ganz alleine in einer stillen Bucht zu Campen, zum Beispiel in der Picnic-Bay. Hier haben wir wieder verrückte Vögel-Sounds um uns herum gehabt... unser Lieblingsvogel klang wie ein schiefes Orchester, dass 5 verschiedene, quietschende Instrumente gestimmt hat und am Ende Akkordeon gespielt und gehupt hat. Wirklich!!

Am nächsten Tag bei strahlend blauem Himmel den schönsten Sound entlang zu fahren, den Queen Charlotte Sound, hiess einfach nur Staunen. Wiedereinmal ging es die ganze Zeit am Wasser entlang, allerdings oben auf den Bergen, so dass man wahnsinns-Ausblicke hatte, an einem kleinen Strand haben wir eine Seehundgruppe beim Chillen (sich einfach gemeinsam in einer Reihe im Wasser treiben lassen, alle Flossen in die Höhe und sonst gar nichts tun) entdeckt. Die Hafenstadt Picton (hier kommen die Fähren der Nordinsel an) haben wir nur zu einem Fish+Chips-Stopp angesteuert, denn uns hat es an die Ostküste getrieben – in die bekannteste, grösste, wichtigeste, leckerste Weinregion Neuseelands - Marlbourough.
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Der Weinort Blenheim liegt inmitten von Weingütern, Weinfeldern und ist umrandet von Bergen. Mit den herbstlichen Farben war die Gegend natürlich besonders schön und weil alle Weingüter mit ihren Feldern quasi kompakt in einem grossen Viereck angeordnet sind, durchzogen von kleinen Strässchen, kann man hier wunderbare Weintouren machen. Leider war es ziemlich windig, so dass wir statt einer Radtour eine Campertour gemacht haben – was natürlich hiess nur einer darf Wein testen, dafür umso mehr.... Wir haben gezielt die Weingüter angesteuert, die wir kannten (es lagen ja bereits fast 4 Wochen Neuseeland, d.h. einige Flaschen Wein hinter uns) oder die besonders lecker sein sollten. Trotzdem waren es eine Menge und Sonja konnte sich meist 3 Weine zum Probieren aussuchen. Nachdem es dann auf einem französischen Weingut zur Käseplatte ein ganzes Wein-Degustationsmenü mit 6 Weinen gab, haben wir besser den nächsten Campingplatz angesteuert - wieder einmal beschwerliche Anfahrt aber herrlich abgeschieden direkt am Meer. Hier konnte Andi dann aufholen und den eingekauften Wein testen =)
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Über Kaikoura ging es zurück nach Christchurch. Hier hiess es ab nach Sydney und somit Abschied nehmen von unserem grünen Camper (nicht eine einzige Panne, nur einmal ein Steinchen zwischen den Bremsscheieben, aber da hat uns direkt ein freundlicher Kiwi geholfen!) und diesem bezaubernden Land, das wir jedem von euch für die nächste grosse Urlaubsplanung ans Herz legen können. Jetzt gerade sind wir in Laos, davor waren wir in Vietnam, davor in Australien – alles 3 spannende Länder, aber immer noch denken wir an Neuseeland und überlegen, wann wir das nächste Mal dorthin können...
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Eingestellt von Sondi 06:04 Archiviert in Neuseeland

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