Reise blog von Travellerspoint

Auf nach Südostasien - erster Stop: Vietnam

Von Saigon entlang der Küste bis Hanoi

sunny 34 °C

Nach 1,5 Monaten in Neuseeland und Australien, waren wir ziemlich aufgeregt als es hieß: adieu bequemes Reisen, ab nach Südostasien! Von Sydney ging es mit einer Nacht Stop-Over in Bangkok zielstrebig nach Vietnam – wir wussten nicht genau was uns erwartet, wie fremd und kompliziert es wohl sein wird und wie wir uns durchschlagen werden...
Unsere Vietnam-Route startete in Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) und ging vom Süden immer an der Küste entlang in den Norden des Landes und war somit der typische Touristen-Pfad – was uns zu Beginn nicht so klar war und im Nachhinein hätten wir die Route lieber etwas anders geplant, aber dazu später mehr.

Ho Chi Minh City
Ho Chi Minh City (kurz HCMC) empfing uns mit viel Hitze – und noch mehr Motorbikes!
Wirklich, die behelmten, mit Mundschutz vermummten Flitzer waren für uns nach wenigen Minuten das Symbol dieser Stadt, wenn nicht sogar für ganz Vietnam: auf 7 Mio. Einwohner kommen in dieser Stadt 5 Mio. Motorroller!!!
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HCMC ist die zweitgrößte Stadt Vietnams und somit das Zentrum von Südvietnam. Eine „typische“ asiatische Großstadt mit viel Trubel, Schmutz, schwüler Hitze und Lärm. Allerdings war die Straße in der wir wohnten total nett. Dort waren die ganzen Backpackerunterkünfte, zahlreiche leckere Restaurants, Streetfood-Stände und Bars, günstige Massagesalons und die Läden, die ein Budget-Traveller so braucht – kopierte Lonely Planets aller Länder, gefälschte Outdoor-Klamotten, Sonnenbrillen, Havaiannas undundund.
So waren unsere ersten Tage in Asien auf jeden Fall sehr spannend und haben Spass gemacht, zumal die Leute in unserem Hotel – die ersten Vietnamesen und somit ein Massstab für uns – total nett und niedlich waren und uns jedes Mal wenn wir das Hotel verlassen oder betreten haben, extrem freundlich begrüsst haben, als wären wir die VIP-Gäste.
Da die ungewohnte Hitze, die selbst nachts nicht nachlässt, wirklich lähmt, haben wir es sehr gemütlich angehen lassen und das bunte Treiben auf den Strassen am liebsten von den Balkonen der Cafes und Restaurants aus beobachtet: chaotische Motorroller-Kolonnen, Fahrrad-Taxis, mit 5-köpfigen Familen oder ganz vielen Waren bepackte Motorroller, Wertstoffsammler oder Müllabfuhr per Fahrrad, rollende Händler - entweder per Fahrrad-Laden oder Roll-Laden, mit getrocknetem stinkenden Fisch, mit gerilltem Allerlei von Fröschen bis hin zu eingelegten Hühnerfüßen und frischen Früchten, kleine Mädchen die einem einzelne Kaugummis oder Tempopackungen verkaufen möchten, Frauen die eine Last von 20 kopierten Büchern in einem losen Stapeln auf ihren Schultern von (Touri-)Bar zu Bar tragen, schlafende Männer in allen Positionen auf ihren Fahrzeugen, egal ob Roller oder Fahrradtaxi . . .
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Wir lieben es ja in den neuen Ländern Supermarkt und Märkte zu erkunden und die lokalen Früchte, Delikatessen und Kuriositäten kennenzulernen.
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Im Supermarkt war es für uns noch ungewöhnlich, dass rohe, marinierte Fleisch- und Fisch-Waren einfach so lose ohne Verpackung unabgedeckt im offenen Kühlregal zur Selbstbedienung lagen, auf dem Markt haben wir dann aber gemerkt, dass das noch harmlos war – hier werden rohes Fleisch+Fisch Tag ein Tag aus bei grösster Hitze auf ein und dem selben kleinen Holzbrett und direkt auf dem schmutzigen Boden gehackt und geschnitten, egal wie viel Blut und wie viel Fliegen sich ansammeln...
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Aber selbst das ging noch krasser – wenn wir im Nachhinein an diesen Markt zurückdenken war er gepflegt und hygienisch, im Vergleich zu allen Märkten, die wir danach in Vietnam und Laos gesehn haben – hier wurde nicht mal mehr versucht die Sachen zu kühlen oder die vielen Fliegen zu vertreiben... Egal, das viele fremde Obst und Gemüse war toll, prächtige leuchtende Farben, günstige Preise und von einigen bekannten Obstsorten gab es weitere unbekannte Varianten. Leider gab es auch die bekannte Durian-Frucht – wir haben sie nur Stinkefrucht genannt. Für die Vietnamesen ist es eine heilige Frucht und die Königin der Früchte und leider war gerade Hochsaison und sie wurde an jeder Strassenecke geschält verkauft und verspeist ... man kann sich den Gestank nur schwer vorstellen, aber wer es nur einmal gerochen hat weiss ganz genau was wir meinen 
Wir hatten uns sehr auf das vietnamesische Essen gefreut – und wurden nicht enttäuscht! Am liebsten hatten wir die einfache Pho – vietnamesische Reisnudel-Suppe mit einer klaren kräftigen Brühe mit markantem Sternanis-Duft und einem Haufen frischen Kräutern, Limette und Chilli und wahlweise Fleisch oder Garnelen.
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Aber auch die lecker gefüllten herzhaften Pfannkuchen Bánh Xèo, die vielen Dipp-Saucen, erfrischende Salate aus Bananenfrucht oder Loutuswurzel, frische Springrolls, Morning-Glory= in viiiiiel Knoblauch angebratener Wasserspinat, karamellisiertes Fleisch im Tonpott, jede Menge Garnelen und Fisch, unzählige Banana-Pancakes und Fruchtshakes haben wir auf unserer Reise durch Vietnam genossen. Denn im Gegensatz zu den bisherigen Ländern, waren Restaurant-Besuche hier kein Luxus und wir haben nicht ein einziges Mal selber gekocht, weil natürlich alles unglaublich günstig ist. Herrlich – morgens, mittags, abends lecker speisen  !
Ansonsten hat die Stadt ausser ein paar Tempel und Museen nicht wirklich viel zu bieten. Nach ein paar Tagen hat man den Lärm, die Hektik und die schlechte Luft außerdem satt. So haben wir zwischendurch eine Pause von der Stadt gemacht und eine Tagestour ins Mekongdelta unternommen. Dieser Trip mit einem guten vietnamesischen Guide, der uns viel über die vietnamesische Kultur und die aktuelle Situation des Landes erklärt hat war ein Highlight unseres Aufenthaltes in Süd-Vietnam.
Im Mekongdelta haben wir einen Floating-Market besucht (aber nicht nur der Handel spielt sich auf dem Wasser ab, in dieser Gegend leben auch sehr viele Vietnamesen auf dem Wasser), eine kleine Reis“werkstadt“ besucht, in der verschiedene Produkte aus Reis hergestellt wurden und anschließend noch eine Boot- und Fahrradtour auf einer Insel gemacht und natürlich lokales Essen genossen – hier gab es einen tollen Mekongfisch (Elephant-Ear-Fish) den man sich knusprig gebraten zusammen mit anderen frischen Zutaten in kleine Mini-Pfannkuchen gerollt hat.
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Ein weiteres Highlight war das Treffen mit einem alten Freund von Andi aus Adidas-Zeiten. Es war sehr schön mal wieder mit Freunden aus der „Heimat“ zu sprechen. Ansonsten haben wir nämlich nur mit lustigen vietnamesischen Studenten gesprochen, die alle in einem speziellen Park den Ausländern „auflauern“: durch diesen Park muss man gehen, um zum größten (Touri-)Markt zu gelangen, der perfekte Ort für die Studenten um im angenehmen Schatten auf englischsprachige Touris zu warten, die sie dann mit ihren englischen Fragen bombardieren, um englisch zu üben. Einmal war es sehr witzig - weil wir uns mir einer netten ganz jungen Vietnamesin auf eine Bank gesetzt haben waren wir „einfache Beute“ und am Ende von 7 neugierigen Vietnamesen umzingelt, die total aufgeregt waren endlich so viel englisch zu sprechen wie wahrscheinlich noch nie zuvor.
Ansonsten konnten wir den günstigen Massagen nicht wiederstehen und haben sie täglich genossen – entweder bei der vietnamesischen Standard-Massage (ja, da laufen sie auch auf dem Rücken rum  ) für unglaubliche 120 000 Dong (4,50 €/h) oder einer Hot Stone Massage für 6 Euro, Pediküre mit Lack: 80 Cent – ein Traum!

Mui Ne Beach
Da wir nun endlich wieder in einem Land mit Sommertemperaturen waren und seit Tagen die Hitze ertragen mussten, konnten wir es nicht erwarten aus der Stadt raus, an die Küste zu kommen.
Vom Reiseführer als sehr schöner Fischer-Strandort beschrieben, können wir das leider nicht bestätigen und von Mui Ne nur abraten: Da der Wasserspiegel in den letzten Jahren gestiegen ist gibt es so gut wie keinen Strand mehr – schon mal schlecht für einen Strandort... Alles dreht sich um eine einzige lange Straße am Meer entlang außerhalb des eigentlichen Dorfs, die so dicht besiedelt ist von Hotels und Restaurants, dass man das Meer nie sieht und man auch nur im eigenen Hotel die Chance hat an den „Strand“ zukommen. Der ganze Ort hat etwas von Mallorca, ein Partywochenendziel für die Reichen aus Ho Chi Minh. Ausserdem haben sich hier die Russen breit gemacht... - alle Speisekarten gibt es auch auf Russisch, kleine Supermärkte bieten eine komplette russische Produktpalette an, viele Hotels haben russische Besitzer und viele sind komplett mit russischen Urlaubern ausgebucht – irgendwie befremdlich, wenn man doch gerade Vietnam entdecken möchte.
Man kann hier zwar gut Kiteboarden und es gibt eine große Sanddüne. Aber da wir auf beides gerade keine Lust hatten, sind wir nach einer Nacht weitergefahren...
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Nha Trang
Ähnlich wie Mui Ne – sehr touristisch und an westliche Touristen angepasst, aber zumindest gibt es hier einen großen Sandstrand an einer ganz netten Promenade und man kann wohl gut Tauchen und Trips zu umliegenden Inseln machen. Nha Trang war für uns aber nur ein Zwischenstopp, denn wir wollten schnellstmöglich zum abgelegenen Jungle Beach, da wir nicht nur Meer+Strand sondern unbedingt auch Ruhe und Natur tanken wollten und keine Motorbikes mehr sehen konnten - und auch nicht mehr angesprochen werden wollten, ob wir eins mieten möchten.
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Jungle Beach
Wohl eines der letzten kleinen Paradise in Vietnam! Von der großen Küstenstraße aus kommt man nur per Taxi auf die Halbinsel Hon Khoi, die 50 km nach Nha Trang ins Meer reicht und durchquert dann das einzige Dorf, dass in der Nähe des Jungle Beach liegt. Und dann ist man angekommen: ein wunderschöner exotischer Garten, etwa sechs Bungalows, ein netter Essensbereich direkt an der Küche und der Wohnung der Besitzerfamilie – und ein breiter Sandstrand ganz allein für die wenigen Gäste. Ein einziger Schotterweg führt über die Insel und vorbei am Jungle Beach – und direkt dahinter tropische Berge. Bei türkisfarbenem Badewannen-warmen Wasser, toller vietnamesischer Hausmannskost und lustigen anderen Gästen konnten wir vier Tage lang so richtig entspannen und quasi nichts tun außer auf die nächste Mahlzeit zu warten. Diese wurden immer zusammen, also alle Gäste und die komplette (angeheiratete) vietnamesische Familie des kanadischen Besitzers, am großen Tisch eingenommen - was wirklich toll war! Denn so war der Aufenthalt hier wie in einer großen Familie, man hat von zahlreichen Tellern bei jedem Essen mindestens fünf verschiedene Gerichte geschlemmt, saß abends bei kühlem Saigonbier zusammen bevor man in die spartanischen Bungalows unter das Moskitonetz gekrabbelt ist. Zu erkunden gab es in der Umgebung nur einen Wasserfall, ein paar Schweine und das winzige Dorf – hier haben wir mit einem rosa Tandemrad mal Hallo gesagt und Süßigkeiten erstanden. Tolle erholsame Tage am Strand mit super Wetter! Nur kurz vor der Abreise haben wir einen kleinen Schock bekommen: Unter einem unserer Rucksäcke hatte eine fleißige Ameisenfamilie ihr Zuhause gebaut…
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Hoi An und My Son
An der großen Straße warteten wir dann nachts zusammen mit dem Taxifahrer auf den vorbeifahrenden Bus nach Hoi An – unsere nächste Station. Nach unserer ersten Nachtbusfahrt in Vietnam kamen wir dort ziemlich k.o. an – doch bei knallender Sonne und einer so malerischen Stadt keine große Verschnaufpause.
Hoi An ist eines der Vietnam Reiseziele das auf keiner Rundreise fehlt, trotzdem hat seine Altstadt (Weltkulturerbe) noch einen wunderbaren Charme, kommt sehr gemütlich und romantisch-asiatisch rüber. Besonders abends wenn überall die Seidenlaternen bunt leuchten und im Fluss Laternen mit Kerzen treiben. In der Altstadt findet sich ein toller Mix aus chinesischen Einflüssen mit vielen Tempeln und Handelshäusern mit antiken Holzmöbeln und französischen Kolonialbauten. In die Altstadtgassen dürfen zu den meisten Zeiten keine Motorroller rein, d.h. man kann hier endlich mal gemütlich schlendern – denn inzwischen hat man sich ja auch an die ständigen Angebote, Bitten und aufdringlichen Fragen gewöhnt und selbst die Schneidereien an jeder Ecke, die jeden in den Laden zerren wollen haben uns nicht weiter gestört. Fast jeder Hoi An Besucher lässt sich ein oder mehrere Kleider, Anzüge etc. maßschneidern, denn die Stadt ist bekannt für ihre Seide und Schneider.
Das Städtchen haben wir gemütlich zu Fuß und per Rad durchquert und die Umgebung – Reisfelder und zwei bekannte große Strände – haben wir bei einer Radtour erkundet.
Mit Essen haben wir in Hoi An – die eigentlich zu den kulinarischen Highlights zählen soll – leider größtenteils Pech. Dafür war das riesige frische Frühstücksbuffet in unserem Hotel der perfekte Start in den Tag und dort hat Sonja sogar an einem Morgen einen ehemaligen Praktikanten aus der Agentur getroffen!
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Wieder mit einer geführten Bustour haben wir von Hoi An aus einen Tagesausflug nach My Son gemacht. Spricht man Mi son und heißt nicht „mein Sohn“ sondern „Schöner Berg“. In einem Tal umgeben von Bergen befindet sich dieses Weltkulturerbe: Ruinen einer weitläufige Tempelstadt der Cham-Kultur. My Son war vom 4. bis 13. Jahrhundert das religiöse und kulturelle Zentrum, der bedeutendste Ort des hinduistischen Champa Volkes. Leider wurden My Son im Vietnamkrieg stark zerstört, von ursprünglich 70 sind nur noch 20 Bauwerke intakt, von den hohen Tempeltürmen ist nichts mehr zu sehen. Es sind wirklich nur noch Tempel-Ruinen, keine Stadt. Doch die vielen noch erkennbaren Shiva- oder Elefantenfiguren, Männlichkeitssymbole und andere Skulpturreste, die landschaftliche Umgebung und die mit Gras und Farn bewachsenen roten gebrannten Ziegelstein-Ruinen umgeben von Wald wirken geheimnisvoll – wäre da nur nicht immer diese unerträgliche Hitze ;-)
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Wir wollten unbedingt eine längere Strecke mit dem Zug fahren in Vietnam. Nicht nur weil das unglaublich langsame Vorankommen in den Bussen auf den schlechten Straßen zeitraubend ist, sondern weil die Nord-Süd-Zugstrecke in Vietnam ziemlich malerisch und einfach mal ein anderes Erlebnis als ewiges Busfahren ist. Die Züge sind allerdings immer voll und so haben wir 2 Tage im Voraus leider keine Plätze mehr bekommen, außer Holzsitze im Raucherabteil – für 12 Stunden vielleicht dann nicht so toll … Also wieder per Nachtbus (und diesmal wussten wir ja was uns erwartet und schon war es erträglicher) ging es weiter die Küste entlang nach Ninh Binh. Den nächsten Vietnam-„Muss“-Stopp die Kaiserstadt Hue haben wir somit ausgelassen, schließlich wollten wir noch etwas Zeit für den Norden und später noch Laos übrig haben.

Ninh Binh
Ninh Binh ist eine unspektakuläre (hässliche) Stadt, die absolut untouristisch aber Ausgangspunkt für eine tolle Umgebung ist: die „trockene Halongbucht“. Hier ragen inmitten von saftig-grünen Reisfeldern runde Karstberge in den Himmel, dazwischen fließt der Ngo Dong Fluss auf dem man mit Booten Höhlen in den Felsen erkunden kann, dazu gibt es noch ein paar interessante Tempel, wie die Bich Dong Pagode, die spektakulär in einen der Felsen gehauen ist.
Diese Gegend haben wir auf einem gemieteten Motorroller erkundet, was super war, weil wir so auf kleinen Pfaden mitten durch die Reisfelder knattern und so wieder einmal ein Stück untouristisches Vietnam entdecken konnten. Interessant bei der Bootstour durch die Tam Coc (3 Grotten): die Ruderer sind fast ausschließlich Frauen und sie rudern mit den Füssen!
Da leider schlechtes Wetter kam und die Stadt selbst wirklich nichts zu bieten hatte (nicht einmal gutes Essen… bzw. wir konnten es nicht finden weil uns hier zur Abwechslung wirklich mal NIEMAND verstanden hat!) ging es etwas schneller weiter in die Hauptstadt, nach Hanoi.
Trotzdem: Ninh Binh ist ein landschaftliches Highlight und bietet ein traumhaftes Bilderbuch-Vietnam! Und: Wir konnten hier ein Stückchen vom ursprünglichen Vietnam kennenlernen und z. B. der Bevölkerung bei der Reisernte zuschauen.
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Hanoi und Halong Bucht
Durch enge Altstadtgassen und einen See in der Stadtmitte ist Hanoi zwar attraktiver als das „kleinere“ HCMC, für uns war die große Stadt und die drückende Hitze aber eher wieder ein Stressfaktor. Denn so eng und ursprünglich die Gassen auch sein mögen – die Mopeds knatternd hier trotzdem wie gewohnt Kolonnenweise durch und erschweren einem den Gang durch die Stadt. Dafür haben wir uns ein ziemlich schickes Hotel und leckeres Streetfood gegönnt und nach 2 Tagen Recherche durch sämtliche Tourbüros auch endlich die richtige Tour durch die Halongbucht gefunden. Da die Preise hier nämlich bei 20 Euro anfangen und bei einigen Hundert aufhören, letztes Jahr bereits ein Boot mit vielen Touristen gesunken ist und einige Teile der Bucht inzwischen völlig von Booten übersät sind, muss man sich wirklich gut informieren und lieber ein paar Dong mehr hinlegen.
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Wir haben alles richtig gemacht, denn wir sind auf einem super Boot mit richtig netten anderen Gästen gelandet und haben einen ruhigen Teil der Bucht durchsegelt, Richtung Bai Tu Long Bay. Während der 2 Tage kamen wir uns vor wie auf einem Luxusdampfer, nette Belegschaft für wenige Gäste, das Essen war sensationell! Es gab immer etwa 8 Gänge und zwar vom Feinsten - Fisch, Meeresfrüchte, Krebs, … Natürlich war auch ein Honeymoon-Pärchen an Bord und die obligatorische Torte plus ein Ständchen von der kompletten Belegschaft UND ein herzzerreißend niedliches vietnamesisches Liebeslied vom Kapitän höchstpersönlich haben natürlich nicht gefehlt.
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In der Halong-Bucht ging es also ums Abschalten und Genießen – diese einmalige Landschaft sieht bei strahlend blauem Himmel genauso atemberaubend aus wie bei Nebel oder beim romantischen Sonnenuntergang. Zwischendurch hat man die Möglichkeit Höhlen, schwimmende Dörfer oder Strände zu besichtigen oder Kanu um die Felsen herum zu fahren.
Die Vietnamesen haben natürlich mal wieder eine tolle Geschichte zur Entstehung der Halong-Bucht parat, von einem herabgestiegenen Drachen (Ha Long) der mit seinem mächtigen Schwanz Feinde vernichtete, so Furchen schuf und sie beim Badengehen dann überschwemmte und so diese Traumlandschaft schuf…
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Zurück in Hanoi hieß es die nächste Etappe in Angriff zu nehmen: auf nach Laos!! Da es quasi keine andere Möglichkeit als den Nachtbus von Vietnams Hauptstadt über die Grenze bis in die Hauptstadt von Laos gibt - wenn man ein knappes Budget hat - hieß es auch für uns: „The bus to hell“. Was hat man im Voraus für Geschichten gehört und gelesen über den Bus Hanoi (V)-Vientiane (L)… Alles Quatsch. Vielleicht 2 Stunden später als geplant kam der Bus nach 26 Stunden oder so in Vientiane an – und wir haben einige Stunden schlafen können und viele nette Bekanntschaften gemacht, die wir immer wieder in Laos getroffen haben. Okay, ein Mitreisender Ami hatte vielleicht Pech – er wurde als einziger Tourist von uns etwa 15 anderen getrennt und musste den letzten Platz im rein vietnamesischen Bus einnehmen – nur leider war dieser „Platz“ im Gang auf dem Boden…
Direkt vor unserer Abreise aus Hanoi haben wir übrigens „endlich“ mal richtigen Regen in Vietnam erlebt – schließlich waren wir während der Monsunzeit dort, und nichts als ein paar kurze, meist nächtliche Schauer! Da ging es dann aber richtig los, alles ist vom Himmel gekracht und die Straßen waren innerhalb weniger Minuten komplett überflutet. Alle Autos und Motorroller sind stecken geblieben, unser Bus konnte uns nicht bei unserem Hotel abholen weil in unserer Straße das Wasser bis zu den Knien stand. Okay, also barfuß in kompletter Reisemontur zum Bus laufen…tschüss Vietnam!
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VIETNAM - Ein kleines Fazit
Bis auf das sehr leckere Essen und vielerorts sagenhafte Landschaft waren wir insgesamt leider ein bisschen enttäuscht von Vietnam. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass wir für dieses Land etwas zu spät dran waren: Inzwischen ist Vietnam nicht nur sehr hektisch und laut sondern auch quasi vollständig touristisch erschlossen (zumindest entlang der Küste) und man kommt sich als westlicher Tourist oft vor wie der typische Geldautomat mit Beinen – selten ist das Trinkgeld genug, ständig soll man etwas kaufen und auf ein Mototaxi steigen und nicht mal bei der Sonnencreme waren wir uns sicher ob sie nun echt ist oder nur ein Nivea-Fake ohne LSF ;-)
Die extreme (meist schwüle) Hitze setzt zusätzlich zu und macht diese "Störfaktoren" oft noch weniger leicht ertragbar.

Und wir haben auch einfach die falsche Route gewählt. Wir hätten es vielleicht „wagen“ sollen kleinere Orte ohne große Erwähnungen in den Reiseführern zu besuchen und mit den „Easy Ridern“ - Motorradfahren die dich und dein Gepäck tagelang auf eine Route nach Wahl durch die abgelegensten Gegenden führen - so hätten wir vielleicht ein Abenteuer erleben können – vielleicht wäre es aber auch nach Hinten losgegangen ;-)
Aber wir haben ja auch viele wunderschöne Plätze entdeckt, wie ihr hier gesehen habt!
Und es war spannend und aufregend und ganz anders, keine Frage!! Auf keinen Fall möchten wir dieses Land also auf unserer Reise missen. Die sehr hohe Erwartung und die Realität lagen teilweise einfach nur etwas zu weit auseinander und aus Fehlern lernt man ja bekantlich bzw. der nächste Vietnam-Reisende.

Eingestellt von Sondi 12:28 Archiviert in Vietnam Tagged vietnam saigon halong hochiminhcity

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Kommentare

Ihr Lieben, schön, dass ihr wohlbehalten wieder zurück in der Heimat seid! Danke, dass ich euch hier auf eure großartige Reise 'begleiten' durfte. Es war immer sehr spannend zu lesen, wo ihr euch befindet und was ihr erlebt. Viele liebe Grüße und bis hoffentlich bald, Kristina

von Kristina

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